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G. E. Stahls Zufällige Gedancken und nützliche Bedencken über den Streit, Von dem so genannten Svlphvre, und zwar sowol dem gemeinen, verbrennlichen, oder flüchtigen, als unverbrennlichen, oder fixen
Entstehung
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Es hat nemlich die fuͤrwitzige Curioſitaͤt oder fluͤchtige Foͤrſchelung/ zum Unterſcheid der vernuͤnftig⸗und Verſtands⸗ befliſſenen Erfor⸗ ſchung und Unterſuchung/ dieſe Unarten an ſich/ daß ſie ¹) keinen wahren Trieb/ Vorſatz/ noch Abſicht zum Grunde hat/ ſowohl etwas vollkommen wahrhaftiges zu ergruͤnden/ zu wiſſen/ und eigentlich zu verſtehen: als darauß/ noch dadurch/ einen gemein⸗ nuͤtzigen/ oder doch den Verſtand vergnuͤgenden Gebrauch zu erlangen/ oder zu erweiſen: Sondern ſuchet/ aufs hoͤchſte an der Vielheit/ Vielfaͤltigkeit und oͤfterem Abwechſel/ einen Zeitvertreib und laͤppiſche Ergoͤtzlichkeit; nicht beſſer als die Kin⸗ der am Puppenwerck/ oder das ſorgloſe muͤßige Volckchen am Taſchenſpiel/ und allerhand Gau⸗ ckel⸗ und Affen⸗Poſſen. ²) Oder es hat der Fuͤrwitz ſeine ſonderbare Abſicht zur eitelen Scheinweisheit; um die Vielheit allerhand einielen Dinge/ ſowohl zum muͤßigen Ge⸗ ſchwaͤtz und Plauderwerck, als zum ſcheinba⸗ ren Zeusniß vieler Wiſſenſchaft/ zu gebrauchen. Indeſſen 3) beſagter Fuͤrwitz/ gleichwie kei⸗ nen Vorſatz noch Abſicht/ alſo auch/ insge⸗ mein/ keine natuͤrliche Geſchicklichkeit/ Auf⸗ merckſamkeit/ Emſigkeit/ noch Geduld/ auf gruͤndliche Erforſchung/ oder Unterſuchung und Erfahrung/ weder hat/ noch ſuchet; ſon⸗ dern aller bedachtſamen/ wohl uͤberlegenden/ und der zuſammen⸗hangenden Beſchaffenhei⸗ ten gefliſſenen/ Erkundigung/ als einer muͤ⸗

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