45 den Bauern gegen die Gutsherrn zuſtehenden Rech⸗ te keine Huͤlfe fuͤr jene zu bewirken ſein wuͤrde.
Gewiß waͤre es der groͤßte ſtaatswirthſchaft— liche Misgriff, wenn der Staat hier nur das Recht verfolgen und nicht lieber nach Mitteln forſchen wollte, der Noth auf eine milde und ſichere Art zu begegnen.
Die edlen landesvaͤterlichen Geſinnungen un— ſers guͤtigen Monarchen und eine weiſe Regierungs— Politik gebieten dies Letztere unbedingt. Die In— ſtitutionen, woraus die jetzige uͤble Lage entſpringt, ſind aus der Vorzeit auf uns vererbt. Die gegen⸗ waͤrtigen Grundherrn ſind unſchuldig an ihren Maͤn⸗ geln; es wuͤrde alſo empoͤrend hart ſein, wenn der Staat ſie die Folgen buͤßen laſſen wollte. Aber eben ſo unweiſe und hart gegen die Bauern waͤre es auf der andern Seite, wenn man ſie ihrem Schickſale uͤberließe und nicht dafuͤr ſorgte, daß ihnen die Huͤlfe, die ihnen die Gutsherrn durch Unterſtuͤtzungen und Erlaß von Laſten geben ſollten
und nicht geben koͤnnen, auf eine andere Weiſe er⸗ ſetzt wuͤrde.
Bei der Allgemeinheit des Beduͤrfniſſes muͤſſen die


