Druckschrift 
Reden des Herrn Staatskanzlers Freiherrn von Hardenberg bei den Versammlungen der ständischen Deputirten in Berlin, am 7ten und 16ten September 1811
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen

29

Um den Zweck zu erreichen, gluͤckliche und zu⸗ friedene Buͤrger zu erhalten, iſt neben innerer und aͤußerer Sicherheit ein moͤglichſt hoher Wohlſtand erforderlich. Beides ſteht in Wechſelwirkung. Das Eine kann nur durch das Andere geſtuͤtzt und ge ſichert werden.

So verſchieden und mannigfaltig aber die We⸗ ge ſind, auf denen Wohlſtand zu erwerben ſteht, ſo ſind doch immer die ſogenannten Gewerbe die erſte Quelle deſſelben. Ackerbau, Fabrikation und Handel muͤſſen die Mittel zu den Lebensgenuͤſſen wie zu den Staats⸗Beduͤrfniſſen liefern. Der Theil davon, der von Capitaliſten, Kuͤnſtlern und ſoge⸗ nannten unproductiven Staats-Buͤrgern aufge bracht wird, kann ohne Jene nicht beſtehen.

Ihre Pflege iſt daher eine der erſten und heilig⸗ ſten Pflichten der Staats⸗Verwaltung. Sie muß trachten, ſie bis zur hoͤchſten Vollkommenheit aus⸗ zubilden, und vor allen Dingen ſich bemuͤhen, den Ackerbau zu heben, da ſolcher die Grundlage aller uͤbrigen Gewerbe und der Staats⸗Wohlfahrt iſt. Sie muß bei uns jene Pflicht um deſto eifriger uͤben, da die Landwirthſchaft im Ganzen noch auf einer niedrigen Stufe der Cultur ſteht.

Die⸗