422—
den ſollen, die nochmals vor der Auspflanzung in das Freie verſetzt werden ſollen, einen Saatkamp, wogegen ein ſolcher Ort, wohin die kleinen Pflanzen verſetzt werden, um ſie unter gehoͤriger Pflege zu erziehen, ein Pflanzkamp genannt wird.
Es iſt dabei zuerſt auf eine gute Auswahl des Orts, wo die Anlage erfolgen ſoll, zu ſehen.
a. Hinſichtlich des Bodens. Er muß zum Saatplatze hinreichend kraͤftig, friſch und locker genug ſein, um nicht bloß das Aufgehen des Samens ſicher erwarten zu koͤnnen, ſon⸗ dern auch gutwuͤchſige Pflanzen mit vielen, nahe um den Stamm entwickelten Wurzeln, zu gewaͤhren.
Den Pflanzkamp waͤhlt man gern von gleicher Beſchaf⸗ fenheit des Bodens, als die des kuͤnftig zu bepflanzenden Ortes iſt, um die Pflanzen zeitig an den fuͤr ſie beſtimmten Stand⸗ ort zu gewoͤhnen. Man vermeidet es in Stellen, welche die Bearbeitung des Bodens durch viele darin vorhandene Steine oder Wurzeln ſehr erſchweren oder koſtbar machen. Ein Bo⸗ den, welcher zum Auffiieren ſehr geneigt iſt, eignet ſich nicht zum Saatkampe, eben ſo wenig ein ſehr flachgruͤndiger oder quelliger.
b. Die Lage muß moͤglichſt geſchuͤtzt gegen ſpaͤte Nacht⸗ froͤſte und alle nachtheiligen klimatiſchen Einwirkungen ſein. Wuͤnſchenswerth iſt es, den Pflanzkamp in der Naͤhe des zu bepflanzenden Ortes zu haben, um die Transportkoſten zu er⸗ ſparen und die Pflanzen gleich nach dem Ausheben wieder einſetzen zu koͤnnen. Doch darf deshalb der noͤthige Schutz gegen Wild und Weidevieh nicht mangeln. Bei Pflanzgaͤrten, welche ſehr viel Arbeit und Aufſicht verlangen, iſt es vortheil⸗ haft wenn ſie ſo gelegen ſind, daß der Forſtbediente, welcher ſie beſorgt, entweder nicht zu fern von ihnen wohnt, oder doch haͤufig in die Gegend derſelben durch ſeine uͤbrigen Geſchaͤfte gefuͤhrt wird. Da zum Feuchthalten der Saatbeete und zum Anſchlemmen und Angießen der Pflanzen oft Waſſer gebraucht wird, ſo iſt ſehr darauf zu ſehen, daß dies in der Naͤhe iſt.
——


