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Abth. 2 : Holzkenntniß und Holzerziehung (1829) Das forstliche Verhalten der deutschen Waldbäume und ihre Erziehung / von W. Pfeil
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Gleichmaͤßigkeit der Temperatur bewirkt, iſt die Differenz noch geringer. Am geringſten iſt ſie in ſehr hohen Bergen, wo der Dunſtkreis am Tage beinahe gar nicht erwaͤrmt wird. Da⸗ raus laͤßt ſich auch leicht erklaͤren, weshalb es viel ſchwerer iſt, Alpenpflanzen in botaniſchen Gaͤrten zu ziehen, als tro⸗ piſche Gewaͤchſe, denen man den verlangten Temperaturgrad viel leichter geben kann. Wir ſehen ja jedes Jahr, wie nicht allein der große Kaͤltegrad des Winters den Pflanzen ſchaͤd⸗ lich wird, ſondern oft noch mehr die ſtarke Abwechſelung der kalten Naͤchte bei warmen Tagen.

Die Verſchiedenheit des Temperaturgrades in der Nacht gegen denjenigen des Tages, iſt ebenfalls von wichtigem Ein⸗ fluſſe auf das Pflanzenleben. Sie haͤngt ab a. vom Boden, b. von der Form und Erhebung der Gegend, c. von der Laͤnge des Tages und der Nacht. Salziger Boden abſorbirt viel Waͤrme, daher die kalten Naͤchte in den ſalzigen Steppen des ſuͤdlichen Rußlands und Arabiens. Die im rechten Win⸗ kel gegen eine Bergwand fallenden Sonnenſtrahlen koͤnnen eine ſehr hohe Temperatur am Tage bewirken, des Nachts erzeugt der nicht erwaͤrmte Dunſtkreis eine ſehr niedrige. Daraus laͤßt ſich die Urſache herleiten, warum die jungen Buchenpflanzen in den hoͤheren Bergen an den Suͤdſeiten ſo leicht erfrieren, und in ſehr dunkeln Schlaͤgen erzogen werden muͤſſen, eine ſpaͤte Freiſtellung ertragen. Eben ſo koͤnnen wir in dieſem Umſtande es ſuchen, weshalb die Akazien bei uns ſo leicht erfrieren, die in ihrer Heimath weit ſtrengere Winter aushal⸗ ten. Die ſpaͤten Nachtfroͤſte fehlen dem noͤrdlichen Amerika ganz, der ſtrenge Winter dauert, z. B. in Kanada, ununter⸗ brochen ſort, und ploͤtzlich tritt eine betraͤchtliche Waͤrme ohne Unterbrechung ein, waͤhrend wir oft ſehr gelinde Winter und ſehr kalte Witterung gegen das Fruͤhjahr zu haben. Wo die Sonne beinahe nicht untergehet, wie in dem hohen Norden, kann kein großer Unterſchied zwiſchen der Tag⸗ und Nacht⸗

waͤrme der laͤngſten Sommertage ſein. Je