— 2—
Waͤlder ſelbſt ein und derſelbe Zweck oft nur durch ſehr ab⸗ weichende Mittel erlangt werden kann.
Viele Anſpruͤche, welche an den Wald gemacht worden, ſind nicht in dem wirklichen Beduͤrfniſſe begruͤndet, viele koͤn⸗ nen nicht eingeraͤumt werden, weil ſie verhindern wuͤrden, daß man denen die wichtiger ſind Genuͤge leiſtet, viele aͤndern ſich mit den Zeiten.
Der Landwirth fordert oft Weide, die er mit groͤßerem Vortheile unbenutzt ließ, der Baumeiſter ſtarke Hoͤlzer, die vor⸗ theilhafter durch ſchwache erſetzt wuͤrden; jeder Berechtigte haͤlt ſeine Nutzung fuͤr die wichtigſte.
Das Weſentlichſte bleibt doch wohl immer das Holz, man muͤßte denn behaupten, es gaͤbe auch vortheilhafte Waͤl⸗ der ohne Holz. Es iſt nichts dagegen zu ſagen, wenn man da, wo das Holz nicht Beduͤrfniß iſt, den Wald ausrodet oder eingehen laͤßt,— wo man ſich aber einmal fuͤr ſeine Beibehaltung entſchieden hat, darf auch kein Anſpruch einge⸗ raͤumt werden, der die Erziehung von Holz verhinderte.
Wie es in der ſpaͤten Zukunft hinſichts der Behandlung der Waͤlder werden muß und darum auch werden wird, laͤßt ſich nicht vorausſehen. Die Anordnung der Wirthſchaft kann nur ſo erfolgen, wie ſie ſich fuͤr die Gegenwart und die vor Augen liegenden naͤchſten Zeiten zweckmaͤßig erſcheinen laſſen. Es iſt genug, ſo zu wirthſchaften, daß der ſpaͤtern Zukunft die Mittel erhalten werden, es immer beſſer einzurichten und den Beduͤrfniſſen gemaͤß zu handeln. Das kann geſchehen, wenn nur gut beſtandene Waͤlder auf Boden von moͤglichſter Fruchtbarkeit uͤbergeben werden. Wir thun dann ſchon mehr fuͤr unſere Urenkel, als unſere Urgroßvaͤter fuͤr uns gethan haben.
Der einzelne Waldbeſitzer mag ſich fragen: was er von ſeinem Walde verlangt? und dem gemaͤß handeln, ſo daß er es am beſten erreicht, ohne ein fremdes Recht zu verletzen. Es iſt dabei keine Gefahr fuͤr die Geſellſchaft, ſobald er nur aufgeklaͤrt genug iſt, die endliche Wirkung ſeiner Maßregeln


