Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
Seite
692
Einzelbild herunterladen

690

den; da der Wagen ſelbſt angefahren und der Kohl drauf geworfen werden kann. Endlich wird das Feld dadurch ſtrei⸗ fenweis ſeines Ertrages entlediget, wodurch der Pflug um ſo fruͤher den Anfang machen kann, welches ſo wichtig fuͤr das darauf folgende Wintergetreide bey den Dreyfeldern iſt. Die Einaͤrndtung der Koͤpfe faͤllt in den Fildern ge gen die Mitte Oktobers(Gallustag). Nur, wenn das Kraut anfaͤngt zu berſten, ſtellweis aufzuplatzen, und dann zur Faͤule geneigt wird, koͤmmt man jener Zeit zuvor. Man haut die Staͤmme kurz an der Erde weg rund bedient ſich dazu der Hebe(Habe, Hackmeſſer). Die Altenburger ho⸗ len ihr Kraut nicht vor Ende Oktobers, oder Anfang No⸗ vembers ein; oder ſetzen, wenn keine Winterfrucht darauf folgen ſoll, das Blatten bis zum Dezember fort. Die Be⸗ handlung des Eingeaͤrndteten haͤngt davon ab, ob man die Koͤpfe zum Verkaufe, oder zum Verbrauche beſtimmt. Im erſten Falle werden ſie ſogleich auf große Haufen geworfen, und 3 auch 14 Tage darin liegen gelaſſen, bevor man ſie abblattet. Durch dieſe Vorrichtung werden ſie weißer(ſie bleichen), welches ſie beym Verkaufe ſehr empfiehlt. Dar auf werden die Strunken abgeſchnitten, und die aͤußern Blaͤtter abgenommen, die, wenn dann ſchon etwas gelb, dem Vieh immer noch ſehr willkommen ſind. Im zweyten Falle werden ſie ſogleich vom Acker weg entblattet, und an luftigem Ort nebeneinander hingelegt. Wollte man ſie wie das Kaufgut behandeln, ſo wuͤrden ſie ſich nicht bis in den Winter aufbewahren laſſen; ſondern nach kurzer Zeit faulen. Man nimmt, wie leicht zu denken, das Kraut nicht all' auf einmal von dem Felde ab, ſondern nur vor und nach, wie man im Stande iſt, die Blaͤtter bey dem Vieh