Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
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Schaͤlen(Felgen) vor Winter zu, wie es der Gebrauch in den Fildern beweiſt. Mit der erſten Furche wird der erſte Miſt untergebracht. Darauf wird, um die Feuchtigkeit im Boden zu erhalten, gewalzt, welches bey trockner Zeit, des Miſtes wegen, nothwendig wird. Unmittelbar vor der Pflan⸗ zung wird die zweyte Pflugart gegeben, und, wie ſchon geſagt, der jezt aufgefahrne Miſt oder Pferch in die Erde gebracht. Man eggt das Land moglichſt fein, und die mit keiner Walze verſehen ſind, zerſchlagen die Kloͤtte.

In den Gebirgsgegenden, wo das Brennen einheimiſch iſt, wie auf dem Schwarzwald in Wuͤrtemberg, in Steier mark u. ſ. w. wird der Raſen der Feld- oder Kommun Weiden abgeſchaͤlt, gebrennt, und nachdem geduͤngt wor⸗ den, oder auch nicht, wird gepfluͤgt und das Land mit Kraut bepflanzt, welches ganz beſonders darauf geraͤth; ohne Duͤnger aber freylich weniger.

Da der Kopfkohl nicht gerne mit der Naͤſſe zu thun hat: ſo verdient auf einem derſelben unterworfenem Boden, vielleicht auch auf jedem andern, die engliſche Methode, nach welcher das Land auf dreyfurchige, oder drey Schnitt breite Beete gelegt wird, den Vorzug; um ſo mehr, als ſich der Duͤnger in dieſen ſchmalen Beeten conzentrirt, und die Pflanze dadurch recht auf den Miſt zu ſtehen koͤmmt.

§. 6. Verpflanzung.

Mit der Krautpflanzung faͤngt man nie vor Ende Mai an, und kann ſie bis Ende Juni fortſetzen. Die beſte Zeit iſt gleich vor Johannis. Im Verlaufe des Mais zu pflan⸗ zen hält man fuͤr nachtheilig; daher das Spruͤchwort: Mai⸗ kraut kein Kraut! Im Uebrigen koͤmmt Vieles auf die