Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
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§. 5. Duͤngung und Bereitung des Kraut⸗ feldes. 1

In ſoferne man nicht das Kraut alljaͤhrlich auf derſel⸗ ben Stelle wiederkommen laͤßt, wird nicht allein Dung, ſondern viel Dung dazu erfordert. In den Fildern duͤngt man, wo moͤglich zweymal dazu. Einmal im erſten Fruͤh⸗ jahre, das anderemal unmittelbar vor dem Pflanzen. Statt dieſes zweyten Duͤngens wendet man am gewoͤhnlichſten, wohl auch am liebſten, den Pferch an. Unter allem Dung zieht man den Schaafmiſt zum Kohle vor. Daß das erſte Duͤngen auch vor Winter geſchehen koͤune, wenn man Miſt und Zeit hat, verſteht ſich. Solches ſchließt aber das Duͤn⸗ gen unmittelbar vor der lezten Pflugart nicht aus. Sollte man nicht zweymal duͤngen koͤnnen: ſo bleibt es ungleich beſſer, das einmalige Duͤngen erſt bey der lezten Furche vor⸗ zunehmen. Dieſes hat nebenbey den Vortheil, daß der Bauer alsdann mehrentheils mit Miſt verſehen iſt, da die Kartoffeln nun ſchon lange den ihrigen haben. Teich⸗ mann verſichert, daß man in Sachſen abſichtlich und recht gefliſſentlich ſo verfahre, weil die Bauern daſelbſt die Ueber⸗ zeugung hegen, daß das Gedeihen des Kohls durch den fri⸗ ſchen Miſt beſonders befoͤrdert werde. Eben daſelbſt haͤlt man das Pferchen vor der lezten Furche fuͤr hoͤchſt vortheilhaft. Auch in England haͤlt man auf das Duͤngen unmittelbar vor dem Pflanzen.

Man empfiehlt fuͤr den Kohl ein oft wiederholtes Pfluͤ⸗ gen. Die Englaͤnder ſprechen von einem 4 5maligen, und es mag ſeyn, daß auf ſehr ſchwerem Boden ſolches unbe⸗ dingt nothwendig iſt; auf gutem mildem, eigentlichem Kraut⸗ boden aber reicht ein zweymaliges im Fruͤhjahre, und ein