Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
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Der Saame reift ungefähr in der erſten Haͤlfte des Au⸗ guſts. Da er nicht gleichzeitig reift und man durchaus die allgemeine Reife nicht abwarten darf, wenn man nicht Ge⸗ fahr laufen will, den fruͤhern beſſern zu verlieren; ſo ſchnei⸗ det man ihn, ſobald der groͤßere Theil der Schooten an⸗ fängt weiß zu werden, und laͤßt das Abgeſchnittene auf Tuͤchern nachreifen. Man haͤngt auch wohl die Saamen⸗ ſtaͤngel 46 Wochen lang zu Hauſe auf, und reibt ſie dann aus. Der Saame wird in kleine Saͤckchen gefaßt und an einem luftigen Ort aufbewahrt, wo er ſich 56 Jahre keim⸗ faͤhig erhaͤlt.

Hier zu Lande haͤlt man den Saamen der Herzſtaͤngel fuͤr den beſten, und hebt ihn deßhalb zu eigenem Gebrauch auf, weilen man glaubt, daß die davon gewonnenen Pflan⸗ zen nicht ſo leicht flatterig werden, und beſtimmt den Saa⸗ men der Nebenzweige zum Verkaufe.

In den Fildern, wo viel Handel mit Saamen ge⸗ trieben wird, wird das Pfund nicht unter einem Gulden verkauft, und oft mit fuͤnf Gulden bezahlt.

§. 3. Saamenbeet.

Man waͤhlt dazu eine warme, gegen alle ſcharfen Winde geſchuͤzte Lage. Der darauf verwendete Miſt muß wohl verrottet ſeyn. Mit dieſem, in den wuͤrtembergiſchen Fildern uͤblichen, Verfahren koͤmmt man in Sachſen nicht uͤberein.Allgemein, ſagt Teichmann, iſt man dar⸗ uͤber einverſtanden, daß zu den Pflanzen nicht mit Miſt noch Jauche geduͤngt werden darf. Am beſten wird der Miſt vor Winter aufgebracht und entweder ſogleich oder im erſten Fruͤhjahre untergegraben. Man zieht den Dung vom