Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
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Beyde koͤnnen zu dem Genuſſe ſowohl der Menſchen als des Viehes verwendet werden. Bey den erſten koͤmmt es haupt⸗ ſaͤchlich auf die feſten geſchloſſenen Koͤpfe und eine groͤßere Zartheit, bey leztern auf die Mehrheit der Blaͤtter an. Und vielleicht beſteht der Vorzug, den Einige dieſen, die auch Strunkkoͤhle heißen, geben, darin, daß ſie eine laͤnger dauernde Benutzung, durch mehrmals wiederholtes Abblat⸗ ten, zulaſſen, ſtatt daß die Friſt des Verbrauches bey den Kopfkohlarten, des Verderbens wegen, nur ſehr beſchraͤnkt iſt. Waͤre lezteres nicht der Fall, und ließ ſich der Kopf- kohl wie die Kartoffeln und Runkeln in Gruben oder Kel⸗ lern oder gar im Freyen, bis zum Fruͤhjahr aufbewahren: ſo wuͤßte ich kein Futtergewaͤchſe, welches demſelben ſowohl an Quantitaͤt als Qualitaͤt gleich kaͤme. Milch- und Maſt⸗ vieh verſchmaͤht beſtimmt alle Knollen- und Ruͤben⸗Fuͤtte⸗ rung, ſo lange es Kohl, zumal Kopfkohl, haben kann. Dabey iſt er ſehr leicht zu fuͤttern, bedarf keines Waſchens, noch einer aͤngſtlichen Zerſtuͤckelung. Bey dem Paragraphen der Verwendung werden wir noch auf die Wichtigkeit dieſes landwirthſchaftlichen Produktes zuruͤckkommen.

Es ſey nun, daß der Kohl fuͤr Menſchen oder Thiere angebaut werde; ſo erleidet ſeine Cultur wenig Abweichun gen. Wir werden deßhalb hier nur die des Kopfkohls (Weißkrauts, Kappis) beruͤckſichtigen, und zwar ſo wie ſie auf dem Felde, nicht in den Gaͤrten, betrieben wird, in welchen leztern man ſich mehr auf das Fruͤhkraut verlegt. Auf dem Felde baut man nach den Orten das platt- und das ſpitzkoͤpfige ſpaͤte Weißkraut; lezteres vorzuͤglich in den wuͤrtembergiſchen Fildern. Es wird hier zu Lande, ſei ner Zartheit wegen, mehr als das plattkoͤpfige geſchaͤzt.