Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
Seite
677
Einzelbild herunterladen

6,7

mit Stängel⸗ und Knollen⸗Fuͤtterung der Topinambur bey Schaafen, Kuͤhen und Pferden gemacht worden, und das lezte Jahr hat die beſtimmte Entſcheidung gegeben, daß die⸗ ſes Futter nicht allein ganz unſchaͤdlich, ſondern auch ſehr nahrhaft und milcherzeugend ſey; daher nun kuͤnftig die Fuͤtterung damit, in ſoweit ſie zureicht, auf allen Vorwer⸗ ken hieſiger Guͤter und bey allen Vieharten, ſtatt haben ſoll. In jeder Schaͤferey iſt eine Abtheilung von Muͤttern, Schoͤpſen und Jungvieh dazu beſtimmt; ferner, Kuͤhe, Stammochſen und Pferde. Den Schaafen wurde taͤglich noch nicht ganz Liter(1 Hektoliter auf 120 Stuͤck) gereicht; dabey aber ſo viel Laubſtaͤngel als ſie freſſen wollen. Die Fuͤtterung dauerte vom 1. November bis zum 28. Maͤrz. Das Laub fraßen die Schaafe ſogleich, bey den Knollen aber machten ſie, wenn ſie nicht an Kartoffelfuͤtterung ge woͤhnt ſind, einige Umſtaͤnde. Der Erfolg war, daß die Muͤtter ſehr ſtarke, geſunde Laͤmmer zur Welt brachten, Ueberfluß an Milch hatten und gut ſaͤugten. Die jungen Schaafe wuchſen und hatten ungemein viele Wolle. Ein alter Schoͤps, der vor der Fuͤtterung gewogen worden war, und 95 Pfund wog, hatte nach 86 Tagen bey 21% Metzen Knollen(72 Liter) und hinlaͤnglichem Laube um 20 Pfund zugenommen.

In andern Schaͤfereyen war die Fuͤtterung und der Erfolg gleich dem vorigen. Zwey tragende Muͤtter, die ſchon zweymal ſchwache Laͤmmer zur Welt gebracht, und ſchlecht geſaͤugt hatten, gebahren ſtarke Laͤmmer und ſaͤugten gut. Die Kuͤhe bekamen taͤglich etwas uͤber 3 Liter Knollen und ein Bund Laubſtängel. Die jungen Stammochſen erhielten vom 1. November bis zum lezten Maͤrz taͤglich 2 ½ Liter nebſt