676.
tigem Winter 6 Kuͤhe ein paar Wochen lang mit nichts als Stroh und Kartoffeln, und dann eben ſo lang mit Stroh und Topinambur zu fuͤttern. Heuer gaben die Kuͤhe bey 24 Pfund Topinambur 10 Pfund Kleeheu und 3 Pfund Rapsſchoten eben ſo viel Milch, als bey 24 Pfund Kar⸗ toffeln und denſelben Gegenſtaͤnden. Demnach haͤtten bey der Fuͤtterung beyde gleichen Werth.
Da das Elſaß das einzige Land iſt, wo meinem Wiſ⸗ ſen nach die Cultur der Topinambur auf freyem Felde ſich erhalten hat: ſo iſt das Zeugniß deſſelben in Bezug auf den Nutzen ihrer Verwendung ſehr wichtig. Sowohl nach den von mir, als von einem ſpaͤtern Reiſenden geſammelten Nachrichten*), haͤlt man daſelbſt die Knollen fuͤr ein vor— zuͤgliches Milchfutter bey den Kuͤhen; jedoch fuͤttert man ſelbe nicht leicht allein, ſondern in Miſchung mit Runkeln oder Kartoffeln, und zieht ſie ſo jedem Futter in Bezie⸗ hung auf Milch vor.
Wenn in dem Elſaß die Pferde im Winter großentheils mit Ruͤben unterhalten werden: ſo zieht man in den Ge⸗ genden, wo Topinambur gebaut werden, dieſe den Ruͤben vor. Die Pferde bekommen bey jenem Futter keinen Durch⸗ fall, werden dick und fett, putzen ſich aus, koͤnnen ſtark dabey arbeiten. Nur muͤſſen ſie zu dem Zwecke friſch, wie ſie aus der Erde kommen, verwendet werden. Man ſieht im Ganzen dieſe Fuͤtterung fuͤr eine Geſundheitskur fuͤr al⸗ les Vieh an. Die taͤgliche Ration fuͤr ein Pferd iſt von 10 Liter.
„Jedes Jahr, ſagt Kade, ſind Verſuche im Kleinen
*) Moͤglin'ſche Annalen Band VII. S. 555.


