Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
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daruͤber langjaͤhrige Erfahrungen gemacht hat, nachzuweiſen. Dieſes brachte auf den Gedanken, den Ertrag des Strohes durch den Vergleich mit dem Ertrage der Koͤrner auszu⸗ mitteln, da man dieſen weit beſtimmter kennt. Wenn nur die Abweichungen, welche bei dem Strohertrag unter ſichern Umſtaͤnden obwalten, mit den Abweichungen, welche die naͤmlichen Umſtaͤnde auf den Koͤrnerertrag hervorbringen, im Einklange ſtaͤnden, ſo waͤre der angegebene Maßſtab ganz erwuͤnſcht und paſſend; allein hier trifft oft gerade das Gegentheil ein; indem ein Theil der naͤmlichen Umſtaͤnde, die dem Stroh guͤnſtig ſind, bei der Koͤrnererzeugung ent⸗ gegengeſezt wirkt, ſo daß man oft bei mehr Stroh weniger und bei weniger Stroh verhaͤltnißmaͤßig mehr Koͤrner erhaͤlt.

Es iſt, ſagt daher Burger, ganz unmoͤglich, aus dem einzigen Factor des Koͤrnerertrages den Quotienten des Strohgewinnſtes auszumitteln, weil eine große Menge von Umſtaͤnden auf das hoͤhere oder niedere Wachsthum der Ge⸗ treidepflanzen, auf ihren dickern oder duͤnnern Halm ein⸗ wirkt, ohne daß in dem gleichen Verhaͤltniſſe auch die Zahl und Groͤße der Koͤrner dadurch vermehrt oder vermindert wird. Wer weiß nicht, daß man in naſſen Jahren hohes Stroh und wenig Koͤrner, und umgekehrt in trocknen Jah⸗ ren kurzes Stroh und wenig Koͤrner erhaͤlt? Daß friſch ge⸗ duͤugte Aecker immer mehr Stroh, nicht immer aber mehr Koͤrner geben, wie ſolche, wo das Getreide nach Klee, Wi⸗ cken oder einer wohlbearbeiteten Brachfrucht vorkoömmt? Daß auf tiefem und reichem Boden das Verhaͤltniß des Strohes zum Korn groͤßer iſt, als auf ſeichtem? Daß man bei einem duͤnnen Stande des Getreides mehr, und bei einem dichten weuiger Koͤrner gegen das umgekehrte Verhaͤltniß vom Stroh