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als die Sommerfrucht; der kräftige Boden mehr als der ma⸗ gere; der friſch geduͤngte mehr als der in zweiter Tracht; der Thon mehr als der Sand; die Gebirgsgegend mehr als die Ebene; das feuchte Jahr mehr als das trockene; das dicht geſaͤete Getreide mehr als das daͤnn geſaͤete, u. ſ. w.
Es kommt ferner darauf an: ob das Getreide nahe bei der Erde abgeſchnitten wird, oder ob hoͤhere Stoppeln auf dem Felde zuruͤckgelaſſen werden. Wohl giebt kurzes Stroh nicht weniger Bunde als langes; aber bei weitem nicht ſo viele Pfunde.
Noch muͤſſen bei Wuͤrdigung des Strohertrages nicht blos das Langſtroh, ſondern auch das Wirrſtroh, Abharkſel und Kaff(Spreuer, Brietz) in Anſchlag kommen, welches leztere bei einigen Fruchtarten ſehr betraͤchtlich iſt, obgleich in den meiſten Angaben keine Ruͤckſicht darauf genom⸗ men wird.
Im Ganzen herrſcht noch eine ſehr große Unſicherheit uͤber den Strohertrag. Der gewoͤhnliche Landwirth zumal bekuͤmmert ſich um kein Gewicht; ſondern zaͤhlt ſein Stroh nach Bunden. Solches waͤre auch zureichend, wenn nur die Bunde beiläufig gleichen Umfang haͤtten. Allein hier bindet man in einfache, dort in doppelte Rockenſtrohlaͤnge; anderswo bedient man ſich beugſamer Schoͤße von verſchie⸗ denen Holzarten. In England bindet man in Weitzenſtroh, in den Niederlanden den Hafer in eigenes Stroh, in Nor⸗ folk wie im Elſaß wird die Gerſte gar nicht gebunden, u. ſ. w.
Es bleibt demnach hoͤchſt ſchwierig, den wahren Stroh⸗ ertrag mit einiger Sicherheit aus geſammelten Angaben, deren wir ohuehin ſo wenige haben, wenn man nicht ſelbſt


