Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
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Solches heißt dann Stroh gegen Miſt eintauſchen, und kann in einzelnen Faͤllen vortheilhaft ſeyn, nur als Regel kann es nicht gelten.

Es iſt gewiß eine hoͤchſt weiſe Einrichtung von Seiten der goͤttlichen Vorſehung, daß gerade diejenigen Pflanzen, welche durch ihre Fruͤchte zum Unterhalt des Menſchen am meiſten beitragen, daher auch dem Acker, ihrer Koͤrner we⸗ gen, am meiſten entziehen, und wegen der Conſumtionsart dieſer Koͤrner durch das Verſchleppen ihrer Ruͤckſtaͤnde am wenigſten zuruͤckgeben, daß, ſage ich, dieſe Gewaͤchſe noch außerdem das Material, das Stroh, hervorbringen, welches, wenn es gehoͤrig zur Fuͤtterung und Streue verwendet und ohne einige Abkuͤrzung dem Acker, der es hervorgebracht hat, zuruͤckgegeben wird, mit Beihuͤlfe einer alle drei Jahre wie⸗ derkehrenden reinen Brache auf gutem Mittelboden zur Re⸗ produktion jener Gewaͤchſe beinahe allein zureicht.

Dem zu Folge iſt es fuͤr den Landwirth ſehr wichtig, den Strohertrag der verſchiedenen mehlhaltigen Koͤrner, ſo wie deſſen Verwendung und Eigenſchaften zu kennen und zu wuͤrdigen.

Erſter Abſchnitt. Strohertrag.

Der Ertrag an Stroh iſt nicht allein nach den Frucht⸗ gattungen, ſondern auch bei derſelben Gattung nach der Kraft des Bodens, der Lage, der Zeit der Einſaat, des mehr oder weniger feuchten Jahrganges und Klima's ſehr verſchieden.

So erzeugt in der Regel die Winterfrucht mehr Stroh