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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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212 Klaſſe der Plattwürmer.

des Hundes hat einen Hakenkranz; er iſt 35 40 cm lang und beſteht aus ungefähr 200, Gliedern. Er lebt gewöhnlich im Darme des Schäferhundes in Übereinſtimmung mit dem Aufenthalte des Blaſenwurms(im Gehirn junger Schafe). Wenn ein Schäferhund Taenia Coenurus in ſeinem Darme beherbergt, können die Schafe ſehr leicht ein Glied dieſes Bandwurms mit Gras⸗ oder Heidekräutern auf⸗ nehmen. Im Schafdarme wird das Glied verdaut und die Lärvchen entſchlüpfen dem Ei. Sie durchbohren die Darmwand des Schafes, gelangen in die Blutbahn und werden mit dem Blutſtrome nach ver⸗ ſchiedenen Körperteilen geführt; es eignet ſich jedoch nur das Gehirn (und das Rückenmark) zur Weiterentwickelung. Nachdem die kleinen Larven mit dem Blutſtrome in die Gehirnhöhle gelangt ſind, bewegen ſie ſich an der Gehirnoberfläche fort und graben ſich dort Gänge aus, bis ſie einen geeigneten Platz für ihre Weiterentwickelung gefunden haben. Dann ändert ſich die Larve in einen Blaſenwurm um, der allmählich wächſt, endlich die Größe einer Nuß bis eines Hühnereies erreicht. Er bildet mehrere Bandwurmköpfe, ſogar 300 400. Wenn ein Schaf infolge der Wirkung des Schmarotzers ſtirbt und deſſen Kopf von einem Hunde oder Fuchſe gefreſſen wird, ſo bekommt dieſer Bandwürmer.

Die von dem Gehirnblaſenwurm verurſachte Krankheit heißt Drehkrankheit. Man kann in derſelben zwei Perioden unter⸗ ſcheiden. Während der erſten Periode werden die Krankheitserſcheinungen hauptſächlich durch die Wunden veranlaßt, welche die Larven an der Gehirnoberfläche verurſachen, und durch die dadurch auftretende Ent⸗ zündung der Gehirnhäute. Schon in dieſer erſten Periode kann die Krankheit tödlich werden; ſobald aber die Larve ſich fortzubewegen aufhört, hören die Krankheitserſcheinungen auf, denn der Blaſenwurm kann nachher nicht mehr ſchaden als durch den von ihm auf das Gehirn ausgeübten Druck, und dieſer iſt anfangs klein, wird aber all⸗ mählich größer. Die erſte Periode der Drehkrankheit fällt in den Spätſommer, die zweite je nach der langſameren oder ſchnelleren Entwickelung des Blaſenwurms in den Spätherbſt, den Winter oder das Frühjahr. Die Krankheitsſymptome der erſten Periode ſind die Folgen des vermehrten Blutandrangs nach dem Gehirn und dem ganzen Kopfe, infolge des Reizes, den die Larven ausüben.(Kopf ſtark erhitzt. Augen blutig⸗rot. Die Schafe ſind träge, aber unruhig; ſie tragen den Kopf in fremdartiger Weiſe, zur linken oder rechten Seite, nach hinten gebogen oder aufgerichtet; ſie drehen ſich oft in einem großen Kreiſe herum. Zähneknirſchen, Schaum auf dem Maule, Schiefſtellung der Augenäpfel, Muskelzuckungen, Bewußtloſigkeit können ſich zeigen.) Die Krankheitsſymptome der zweiten Periode ſind die Folgen eines Druckes auf das Gehirn ſowie auf die Schlagadern eines Teiles des Gehirnes und des Schädels.(Die befallenen Schafe ſondern ſich ab; ſie laſſen meiſt den Kopf ſinken. Blick ſtier. Zeitweilige Bewußtloſigkeit. Sonderbare Bewegungen: im Kreiſe herumlaufen

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