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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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Ordnung der Bandwürmer. 211

verſehrt bleibt. Dieſer ſtülpt die Saugnäpfe aus und ſaugt ſich mit dieſen an die Wand des Darmes feſt; bald nachher fängt die oben beſchriebene Abſchnürung der Glieder an.

Als für den Viehhalter bedeutende Bandwürmer ſeien die folgen⸗ den kurz behandelt.

Der bewaffnete oder hakentragende Menſchenbandwurm(Taenia solium),

23 m lang, 700 800 gliederig, mit einem Hakenkranze(Fig. 181), lebt im Darme des Menſchen; ſeine Glieder ſchnüren ſich in geſchlechts⸗ reifem Zuſtande oft zu mehreren zugleich ab; werden ſolche auf dem Felde oder dem Düngerhaufen von einem Schweine aufgenommen, ſo entwickeln ſich die in dieſen Gliedern enthaltenen Eier zuSchweins⸗ finnen(Cysticercus, Fig. 185), welche ſich namentlich im Bindegewebe zwiſchen den Muskeln befinden und das Fleiſchfinnig machen, aber auch im Bindegewebe anderer Teile(Speck, Gehirn, Rückenmark) vor⸗ kommen können. Junge, höchſtens ½ Jahr alte Schweine ſind am meiſten der Gefahr, finnig zu werden, ausgeſetzt. Sie können im Fleiſche eine ziemlich große Quantität Finnen ſehr gut ertragen; ſind dieſe aber in großer Anzahl vorhanden, ſo verurſachen ſie Abmagerung, Schwäche, Lähmung, Bleichſucht. Das Fleiſch eines von Finnen ſtark heimgeſuchten Tieres kann bleich, wäſſerig, ſogar ſchmierig ſein; das⸗ ſelbe eines wenigerfinnigen Schweines erſcheint vollkommen normal, iſt aber ungenießbar, weil der Genuß desſelben in ungenügend ge⸗ kochtem Zuſtande dem Menſchen Bandwürmer geben würde. Am zahl⸗ reichſten findet man die Finnen in den Bruſt⸗ und Halsmuskeln, dann in den Schinken und Schultern. Es ſollen an 1220000 Stück in einem Schweine vorkommen können.

Der hakenloſe Menſchenbandwurm(Taenia saginata),

ohne Hakenkranz, 4 6 m lang, bis 1000 gliederig(Fig. 180), lebt im Menſchendarm und als Blaſenwurm(Cysticercus) im Bindegewebe des Fleiſches vom Rinde(namentlich vom Kalbe). Die Glieder verlaſſen gewöhnlich einzeln den Darm des Wirts; ſie kriechen an Gras und Kräutern hinauf, und es werden dort durch Platzen des Gliedes die Eier frei, die alſo weit verbreitet werden. Das Rind nimmt wohl niemals mehrere Glieder zugleich, alſo von Taenia saginata gewöhn⸗ lich nur eine gewiſſe Anzahl von Eiern auf. Deshalb kommt im Rindfleiſche niemals eine ſo große Anzahl von Finnen vor, wie im Fleiſche eines Schweines. Es kann alſo von einer eigentlichenFinnen⸗ krankheit beim Rinde keine Rede ſein; da aber die Eier der T. saginata mehr verbreitet werden, ſo giebt es mehr Kälber und Rinder als Schweine, die mit Finnen infiziert ſind.

Der Coenurus-Bandwurm des Hundes(Taenia Coenurus)

iſt Urſache des Blaſenwurmes des drehkranken Schafes(Coenurus cere- bralis). Dieſer Bandwurm es leben noch andere Arten im Darme

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