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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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206 Klaſſe der Rundwürmer.

Kenntnis der Verbreitung ſowie der Bekämpfung der Rübenmüdigkeit von größter Wichtigkeit.

Vorbeugungsmittel: Man unterlaſſe die Anwendung von Fabrikkompoſt auf Rübenäckern.— Man miſche allen Abfall nematoden⸗ haltiger Rüben, wenn er auf irgend welchem Acker verwendet werden ſoll, mit Atzkalk(6:1).— Man reinige die Fußbekleidungen der Ar⸗ beiter, die Hufe und Klauen der Zugtiere, ſowie die Ackergeräte, welche auf rübenmüdem Lande benutzt wurden, damit keine Verſchleppung der infizierten Erde auf andere ÄAcker ſtattfinde.— Vertilgungsmittel: Als Vertilgungsmittel hat Kühn die Anwendung von Fangpflanzen empfohlen. Er ſäet auf rübenmüdem Boden ſolche ſchnellkeimende Pflanzen aus, in welche die Nematoden gern einwandern; ſodann läßt er dieſelben ausjäten, nachdem die Schmarotzer in dieſelben gewandert ſind, aber vor dem Erwachſen derſelben, alſo bevor ſie wieder aus den Wurzeln herauskommen. Er lockt alſo die Nematoden in die auf dem Acker kultivierten Pflanzen und tötet ſie nachher ſamt dieſen Pflanzen. Man muß ſolche Fangpflanzen ſehr dick ſäen, damit ſie eine möglichſt große Anzahl feiner Würzelchen in den Boden hineinſenden; und nachdem man ſie ausgegraben hat, muß man gleich wieder ein zweites Gewächs von Fangpflanzen bauen; denn gewiß ſind nicht alle Nema⸗ toden gleich in die erſten Fangpflanzen eingewandert, ja ſogar iſt es zweckmäßig, noch ein drittes Gewächs folgen zu laſſen. Als Fang⸗ pflanzen benutzte Kühn die verſchiedenen Varietäten von Kohl, auch Sommerraps, beſonders aber Sommerrübſen; denn dieſe Pflanzen beſitzen eine große Anziehungskraft für die Rübennematoden und können viele dieſer Tierchen in ihren vielen, feinverzweigten Wurzel⸗ zweigen enthalten. Ich kann hier Kühn's Verſuche nicht alle er⸗ wähnen und teile nur folgendes mit. Von einem rübenmüden Felde wurde ein Teil im Verlaufe des Jahres 1880 dreimal hintereinander mit Fangpflanzen bebaut, welche jedesmal 30— 40 Tage nach dem Ausſäen ausgegraben wurden. Im Herbſte wurde der Acker umge⸗ pflügt, im nächſten Frühling in zweckmäßiger Weiſe gedüngt, dann wurden Mitte April die Rüben ausgeſäet. Mit dem zweiten Teile des Bodenſtückes wurde ganz in derſelben Weiſe verfahren, allein es wurden daſelbſt im vorigen Jahre keine Fangpflanzen angebaut. Schon früh⸗ zeitig beobachtete man einen Unterſchied zwiſchen den beiden Bodenſtücken und zur Erntezeit war der Unterſchied ſehr groß: auf dem erſten Boden⸗ ſtücke wuchſen überall prachtvolle Pflanzen, auf dem zweiten Stücke waren an vielen Stellen die Pflanzen abgeſtorben oder klein und kümmerlich. Der Ertrag des Feldes war nach dem Anbau der Fang⸗ pflanzen dreimal ſo groß wie früher und ſtand dem Ertrage eines rübenſichern Ackers faſt vollkommen gleich.— Später hat Kühn noch eine wichtige Erfahrung gemacht. Er ſtellte feſt, daß die Larve des Rübennematoden im dicken unbeweglichen Stadium der Fig. 179, 5 noch einer nicht geringen Stoffaufnahme braucht, um am Leben zu bleiben und ihre ganze weitere Umwandlung zu beſtehen. Wird in