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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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Ordnung der Spulwürmer. 205

die Krankheit der befallenen Rübenpflanze. Bald ſtreift die Larve die alte Haut ab, und das Tier ſchwillt zu einer plumpen Form an(Fig. 179, 5), welche ſich nicht mehr bewegt und die Oberhaut der Wurzel allmählich nach außen vorwölbt(Fig. 179, 3 a).— Bald tritt ein Unterſchied zwiſchen Männchen und Weibchen hervor.— Bei den dicken, bewegungs⸗ loſen Larven, die zu Männchen ſich umbilden, ſtellt die Nahrungsauf⸗ nahme ſich zeitweilig ein; der Körperinhalt zieht ſich von der Haut zurück, nachdem er ſich eine neue dünne Haut gebildet. Allmählich nimmt das im Innern liegende Gebilde die Form eines langen, aal⸗ förmigen Wurms an(Fig. 179, 6, 7, 8), der ſich in das vollendete Männchen(bei 8) umbildet. In dem Stadium der Fig. 179, S8 liegt das Tier noch unter der Wurzeloberhaut, die bei der Entwickelung des Männchens niemals zum Platzen kommt; das ausgewachſene Männchen aber bohrt ſich aus der Larvenhülle und aus der Pflanzenwurzel hinaus und gelangt in die Erde, wo es das inzwiſchen ebenfalls aus⸗ gewachſene, an den Wurzelfaſern ſitzende Weibchen aufſucht und be⸗ gattet.— Die Entwickelung des Weibchens iſt eine einfachere. Es findet keine Neubildung, bloß ſtarke Anſchwellung und Verwachſung des Tieres ſtatt, während ſich die weiblichen Geſchlechtsorgane bilden. Indem das Tier allmählich vom Stadium der Fig. 179, 5 in das der Fig. 179, 9 übergeht und ſpäter in den erwachſenen Wurm 10 ſich umändert, platzt die Oberhaut des Pflanzenwürzelchens und das Weibchen tritt aus dem Pflanzengewebe heraus, bleibt aber an der Wurzel feſt ſitzen(Fig. 179, 1).— Die ganze Entwickelung vom Ei bis zum geſchlechtsreifen Tiere verläuft in etwa 4—5 Wochen, und es können 6—7 Generationen aufeinander folgen; die Vermehrung iſt alſo eine außerordentlich ſtarke.

Es verſteht ſich alſo, daß die„Rübenmüdigkeit“ des Bodens be⸗ ſonders auf den Feldern auftritt, wo der Rübenbau ſtark übertrieben wird. Es tritt aber dieſe Erſcheinung auch wohl plötzlich auf früher „rübenſicheren“ AÄckern auf, und in vielen Fällen war die Urſache zu ſuchen in einer Düngung mit Fabrikkompoſt, der reich an Abputz rübenmüder Felder war. Doch tritt die Rübenmüdigkeit auch oft auf ſolchen ÄAckern auf, wo noch niemals Rüben kultiviert wurden, aber wo ſeit Jahren Kohl wuchs. Es hat ſich, namentlich aus Kühn's Verſuchen und Beobachtungen, ergeben, daß der Rübennematode in vielen Pflanzenarten, Kulturgewächſen und wildwachſenden Pflanzen leben kann; unter den erſteren erwähne ich: Kohl, Raps, Rübſen, die Senfarten, Gartenkreſſe, Platterbſe, Runkelrübe, Hafer; unter den Unkräutern: Ackerſenf, Rade, Knöterich. Dieſe Erfahrungen ſind zur

endetes Weibchen.— Für Fig. 4—10 gültige Bezeichnungen: a Mundſtachel; b Saugmagen; cd Darm; ef Maſtdarm; † After; g Exkretionsorgan; h(in Fig. 4—7) Anlage der Geſchlechts⸗ organe bei der unausgewachſenen Larve: h(in Fig. 8) Hoden; i(in Fig. 7 u. 8) Stäbchen (spicula) des Männchens; k(Fig. 9 u. 10) Eierſtöcke; 1(Fig. 9 u. 10) weibliche Geſchlechts⸗ öffnung;— m Nervenring; w.(Fig. 6, 7, 8) Haut der Larve; we(Fig. 6, 7, 8) Haut des inner⸗ Lu der Larvenhaut ſich bildenden Männchens.— Fig. 4 u. 5 ſind ſtärker vergrößert als 8 ig. 6— 10.