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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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Ordnung der Inſektenfreſſer. 31

7. Der Fiſchotter(Lutra vulgaris). Körper abgeplattet. Beine kurz; Schwimmhäute zwiſchen den Zehen. Schnauze gerundet. Ohren kurz, durch eine Hautfalte verſchließbar. Schwanz platt, am Ende zugeſpitzt. Rumpflänge 70 80 cm, Schwanz 35 40 cm. Pelz glatt⸗ haarig, oben und unten glänzend dunkelbraun. Fehlt in keiner waſſerreichen Gegend. An den Ufern fiſchreicher Seen, Pfühle, Teiche, Flüſſe, Bäche u. ſ. w. Er fängt Waſſerratten, Enten und Gänſe, ſowie ihre Küchlein, wildes Waſſergeflügel, Fröſche, Fiſche, Krebſe, Waſſerinſekten. Für Fiſch⸗ und Krebszucht ſehr ſchädlich.

8. Der Dachs(Meles taxus, Fig. 27). Körper plump; Rücken breit; Beine kurz, mit der ganzen Sohle auftretend; Zehen mit ſtarken Grabkrallen; Schnauze zugeſpitzt; Eckzähne nicht ſehr groß; dieſe, ſowie die Reißzähne, im Alter ſtark abgenutzt. Höckerzähne ſtark entwickelt. Gebiß und ganzer Körperbau zeigen, daß der Dachs nicht ausſchließlich Fleiſchfreſſer iſt. Rumpflänge 90 cm, Gewicht 1015 kg. Pelz ziem⸗ lich langhaarig, gelblich weißgrau mit ſchwarz gemiſcht. Kopf mit ſchwarzen und weißen Längsſtreifen; Schwanz kurz, gelbgrau. Der Bau iſt ſehr groß; mehrere Röhren, deren Ausgänge bis auf 30 m voneinander entfernt ſind, führen nach außen. Nur abends verläßt der Dachs ſeine Wohnung. Er frißt Mäuſe, auf dem Boden brütende Vögelchen, namentlich ihre Eier und Jungen, Schlangen, Fröſche, Engerlinge, Regenwürmer, Inſekten, auch Rüben, Möhren, Eicheln, ſüße Früchte. Obgleich er Schaden und Nutzen verurſacht, mag er gewöhnlich wohl mehr nützen als ſchaden. Das Graben aber kann ihn bisweilen ſehr ſchädlich machen, weil er die Pflanzen und jungen Bäume mit den Wurzeln aus dem Boden hebt. Der Dachs ſchläft während des Winters oft mehrere Tage hintereinander; doch hat er keinen eigentlichen Winterſchlaf; er zehrt den Winter über von ſeinem Fette.

Ordnung der Inſektenfreſſer(Insectivora).

Weil ſich die Inſektenfreſſer von kleinen Tierchen(Inſekten, Würmern, Schnecken) nähren, können ſie auch ſelbſt nicht groß ſein. Bloß diejenigen Arten, welche außer Inſekten noch kleine Säugetiere und Vögel oder Pflanzenſubſtanz freſſen(Igel), ſind von mittlerer Größe. Die einheimiſchen Arten leben alle auf oder in dem Boden. Die Naſe iſt rüſſelförmig verlängert und tritt in den Dienſt der Taſt⸗ empfindung. Die Augen ſind gewöhnlich ſehr wenig entwickelt. Schneidezähne ſcharf; namentlich die ganz mit Schmelz überdeckten Backenzähne haben ſcharfe Spitzen. Die Spitzen der Zähne des Ober⸗ kiefers greifen, wenn der Mund geſchloſſen wird, in den Raum zwiſchen denen des Unterkiefers und umgekehrt. Schließt ſich der Mund, ſo dringen die Spitzen der Backenzähne beider Kiefer in den Körper des im Maule befindlichen Inſekts. Die Backenzähne ſchleifen ſich alſo auch ſelbſt ſcharf. Die Inſektenfreſſer ſind Sohlengänger