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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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Familie der Hunde. Familie der Marder. 27

Es gehören hierher die verſchiedenen Raſſen der Haushunde; der Wolf(Canis lupus), der eigentlich in Deutſchland nicht mehr vor⸗ kommt, aber aus Rußland, Galizien, Ungarn, den Alpen und den Ar⸗ dennen ſich bisweilen in die Grenzländer Deutſchlands verbreitet, nament⸗ lich im Winter umherzieht und dann größere Haustiere raubt; auch

der Fuchs(Canis vulpes).

Dieſer lebt in einer unterirdiſchen Wohnung, die er entweder ſelbſt ausgräbt oder ſich aus einem verlaſſenen Dachsbaue anfertigt. Er tötet Rehe, Hirſchkälber, Haſen und Jagdgeflügel; in Gehöften ſtellt er dem Hausgeflügel nach und raubt die Eier. Weil er ſeinen Verſteck zu verraten fürchtet, raubt er niemals in der Nähe ſeines Baues. Dem erwähnten Schaden ſteht ein wichtiger Nutzen gegen⸗ über, dadurch, daß er viele Kaninchen und in Mäuſejahren eine Un⸗ maſſe von Feldmäuſen fängt. Zwar hat er auf Thonböden ſehr ſelten ſeinen Bau, doch begiebt er ſich zeitweilig, ſolange die Mäuſeplage währt, in ſolche Gegenden um zu ſchmauſen. Auch frißt er öfter Inſekten(z. B Maikäfer), Würmer und Schnecken. Für den Land⸗ und Forſtwirt dürfte der Fuchs gewöhnlich mehr nützen als ſchaden.

Familie der Marder(Mustelina).

Langgeſtreckt, ſchlank; Beine kurz. Die Marder gehen, wenn ſi ſich in irgend einen Verſteck verſchleichen, auf den Sohlen, wenn ſie ſchnell davon laufen aber auf den Zehen. Kopf klein und platt; Schädel geſtreckt; Zunge glatt. An jedem Fuße 5 Zehen mit ſchmalen, ſcharfen Krallen. Ein Höckerzahn auf jeder Seite in Ober⸗ und Unterkiefer. Aus Stinkdrüſen am After geben die Marder einen widerlichen Geruch von ſich.

Es gehören hierzu:

1. Der Baum⸗ oder Edelmarder(Mustela martes): Rumpf bis 50 cm, Schwanz 25 cem; brauner Pelz mit gelblichen Wollhaaren; gelber Fleck an der Kehle; in dichten Wäldern, wo er Vögelchen und Eichhörnchen nachſtellt; er tötet auch viel Hausgeflügel und Wild.

2. Der Stein⸗, Haus⸗ oder Dachmarder(Mustela foina, Fig. 25): etwa ſo groß wie vorige Art; graubrauner Pelz mit weißlichen Woll⸗ haaren; weißer Fleck an der Kehle; meiſt in der unmittelbaren Nähe menſchlicher Wohnungen, in Scheunen, Holzſchichten u. ſ. w.; tötet ſehr viel Hausgeflügel, bisweilen auch wilde Vögelchen, Mäuſe und Wild.

3. Der Iltis oder Ratz(Foetorius putorius): glänzend braun⸗ ſchwarz mit gelben Wollhaaren; etwas kleiner als der Steinmarder; namentlich der Schwanz iſt kürzer und weniger lang behaart als bei den beiden vorigen Arten. Im Sommer lebt er im Freien in Baum⸗ höhlen und in Röhren von Füchſen, Kaninchen, Hamſtern; im Winter ſiedelt er ſich in der Nähe menſchlicher Wohnungen an, wo er ſich in Holz⸗ und Reiſerhaufen, auf Heuböden u. ſ. w. aufhält. Im Sommer