Ordnung der Raubtiere.
Pflanzennahrung zwiſchen den Backenzähnen der beiden Kiefer, gleichſam wie zwiſchen Mühlenſteinen, gemalen, ſodaß ſie in ſehr feine Teile verteilt wird. Weil bei den Pflanzen die Nahrungsſtoffe innerhalb der unverdaulichen Zellwände eingeſchloſſen ſind, iſt eine ſo feine Zermalmung unbedingt nötig. Die Nahrung der Fleiſchfreſſer braucht nicht ſo fein zermalmt zu werden; es müſſen jedoch von den letztge⸗ nannten Tieren oft ſehr harte oder zähe Teile(Knochen, Knorpel, Sehnen, Bänder) zerſtückelt werden; ſolches aber geſchieht beſſer mit den mit hartem Schmelz bedeckten Zähnen, als mit Faltenzähnen.
Die Zähne der meiſten Säugetiere haben ein begrenztes Wachs⸗ tum; bei anderen Säugetieren aber bleiben ſie fortwährend wachſen, z. B. die Eckenzähne des Schweines, die Schneidezähne der Haſen und des Pferdes. Bei Haſe und Pferd nutzen ſich dieſe Zähne ungefähr ſoviel ab als ſie wachſen; die Eckenzähne des Schweines, ſowie die großen Elephantenzähne nützen ſich nicht ab.
Man unterſcheidet unter den Säugetieren die folgenden Ordnungen: I. Menſchen(Bimana), II. Affen(Quadrumana), III. Raubtiere (Carnivora), IV. Inſektenfreſſer(Insectivora), V. Fledermäuſe(Chiroptera), VI. Nagetiere(Rodentia), VII. Wiederkäuer(Ruminantia), VIII. Dick⸗ häuter(Pachydermata), IX. Einhufer(Solidungula), X. Walfiſche (Cetacea), XI. Zahnarme(Edentata), XII. Beuteltiere(Marsupialia), XIII. Schnabeltiere(Monotremata),
Ich beſpreche hier nur diejenigen der aufgezählten Ordnungen, welche landwirtſchaftlich von Bedeutung ſind.
Ordnung der Raubtiere(Carnivora= Ferae).
In jedem der beiden Kiefer ſechs verhältnismäßig kleine Schneide⸗ zähne, und an jeder Seite von den letzteren ein großer, vorſpringender Eckzahn, mit dem die Raubtiere ihrem Schlachtopfer das Fleiſch aus dem Körper losreißen(Fig. 22). Die falſchen und der erſte der wahren Backenzähne(der ſogn. Reißzahn) ſind ſtark komprimiert und haben eine ſchneidende Krone; auch ſind ſie an der Oberfläche ganz mit hartem Schmelze bedeckt. Weil nun der Unterkiefer ſchmäler als der Oberkiefer iſt und ſich ausſchließlich auf und nieder, gar nicht hin und her bewegen kann, ſchneiden die ſcharfen Kronenränder der falſchen Backenzähne, und namentlich der immer großen Reißzähne, längs einander, und alles, was zwiſchen ſie kommt, wird wie mit einer Schere zerſchnitten. Die gewöhnlich noch hinter dem Reißzahne ſtehenden kleineren wahren Zähne(Höckerzähne) haben eine breite, höckerige Ober⸗ fläche. Man deutet die falſchen Backenzähne, den Reißzahn, ſowie die Höckerzähne in der Zahnformel eines Raubtieres gewöhnlich geſondert an und fügt dann alle Backenzähne in Klammern zuſammen.
Die Zahnformel der Katze ſchreibt man alſo:
Aate 3.1..2.1. 1.. 4)
3+ 1(21 0)
3


