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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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20 Erſter Kreis. Wirbeltiere.

Es iſt bei der hier beſchriebenen Einrichtung das Herz in der unvorteilhaften Lage, das Blut durch zwei Haargefäßſyſteme fort⸗ bewegen zu müſſen.(Kiemen⸗ und Körperhaargefäße.) Das geht aber nicht leicht, weil das Blut in den Haargefäßen ſehr an den Wänden haftet und alſo in ſeinem Laufe einer Verzögerung unterworfen iſt; die Blutſtrömung der Fiſche iſt demnach eine ſehr langſame; und weil das Blut den Sauerſtoff, den die verſchiedenen Körperteile brauchen, enthält, ſo verläuft die Oxydation im Fiſchkörper langſam: daher die geringe Wärmeentwickelung der Fiſche. Indem dieſe die geringe Wärme, welche ſie produzieren, faſt ſogleich an die Umgebung abgeben, behalten ſie keine eigene Körperwärme: ihre Körpertemperatur wechſelt mit der Temperatur des umgebenden Waſſers. Solche Tiere nennt man kaltblütige.

Eine ſchnellere Blutbewegung iſt bei allen andern Wirbeltieren dadurch ermöglicht, daß in der Blutbahn zwiſchen den Atmungsorganen (Lungen) und dem Körper noch ein zweites Herz aufgenommen iſt, und zwar ein ſolches, das E dem andern Herzen in jeder n Kinſicht ähnlich iſt. Das erſte zug Herz(Fig. 16, Re) welches alſo

mit dem Fiſchherzen überein⸗ ſtimmt, treibt das Blut durch die Lungenhaargefäße(L); aus dieſen kehrt das Blut in die Vorkammer des zweiten Herzens Fig. 19. Schema des Herzens eines Froſches.(Li) zurück; und wird nachher ie Her iannerte denieaan zwiſchen der von der Kammer dieſes zweiten iſt ganz weggefallen.) Weitere Buchſtaben: vgl. Herzens nach den verſchiedenen Erklärung von Fig. 18. Teilen des Körpers(Kp) fort⸗ bewegt. Nachdem es dieſen Lauf vollzogen, kehrt es in die Vorkammer des erſten Herzens zurück. Obgleich nun die beiden Herzhälften jede für ſich arbeiten, liegen ſie aneinander; ſie bilden zuſammen ein einziges Organ, und man ſpricht alſo nicht von zwei einzelnen Herzen, ſondern von zwei Herzhälften; die erſte Herzhälfte, diejenige, welche das aus dem Körper zurückgekehrte, ſauerſtoffarme Blut aufnimmt, und es nachher in die Lungen führt, liegt rechts, und heißt die rechte Hälfte; die zweite, welche das ſauer⸗ ſtoffreiche Blut aus den Lungen aufnimmt und dasſelbe nachher den verſchiedenen Körperteilen zuführt, die linke Hälfte.(Fig. 16 und 17, und Erklärung.)

Bei obenbeſchriebener Einrichtung, welche ſich bei den Säugetieren

und Vögeln findet, wird das aus den Lungen zurückkehrende Blut mit

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neuer Kraft durch den Körper fortgeſtaut; es durchſtrömt alſo den Körper

ſehr ſchnell, und die verſchiedenen Teile empfangen in kurzer Zeit ver⸗ hältnismäßig viel Sauerſtoff. Hieraus erklärt ſich, daß die Säugetiere

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