168 Sämereien.
Zur Sicherung der Entſchädigungsanſprüche ſollten die vor Zeugen entnommenen Proben in trockenen und feſten Behältern (Muſterbeuteln, Büchſen oder doppelten Papierkapſeln) eingeſendet werden; Rübenſamen(Beta) und andere auf ihren Waſſergehalt zu prüfende Proben ſtets in verſchloſſenen Gläſern oder Blechbüchſen.
b 3. Engere Mittelprobe.
Die Größe der zur Unterſuchung auf die fremden Beſtandteile im Laboratorium herzuſtellenden„engeren Mittelprobe“ ſoll mindeſtens betragen:
1 g von Riſpengräſern und Straußgräſern;
2 g von Drahtſchmele, Fuchsſchwanzgras, Goldhafer, rotem Schwingel,
Schafſchwingel; 3— 4 g von Anis, Baſtardklee,¹) Dill, Honiggras, Ruchgras, Spörgel, Timothee, Weißklee; ¹) 5 g von Fenchel, Kammgras, Knaulgras, Kümmel, Möhre, Rapünzchen; 10 g von Gelbklee,¹) Inkarnatklee, ¹) Kohlarten, Luzerne,¹) Raps, Ray⸗ Heliedn, Rotklee, ¹) Rübſen, Serradella, ¹) Wieſenſchwingel, Wund⸗ ee: 20 g vnß Ahorn, Eſche, Eſparſette, Hirſe, Kiefer, Lärche, Lein, ¹) Linſe, me; 30 g von Buchweizen, Fichte, Hornbaum, Tanne, Wicke; 50 g von Cerealien, Runkel⸗ und Zuckerrübenknäulen; 100 g von Bohne, Bucheln, Eicheln, Erbſe, Lupine, Mais.
Bei ungewöhnlich hoher Verunreinigung ſind zwei Mittelproben zu ziehen, deren Durchſchnittsergebnis maßgebend iſt.
Vorſtehende Ziffern ſtellen das Minimum der Mittelprobe dar. Bei großkörnigen Proben wird darüber hinaus zu gehen ſein.
Zur Herſtellung der„engeren Mittelprobe“ empfiehlt ſich die „Fließprobe“, d. i. das langſam gleichmäßige Ausſchütten aus einer Flaſche mit Ausguß unter gleichmäßiger periodiſcher Ausſonderung kleiner Mengen.
4. Echtheit.
Die Echtheit der Gattung und Art der meiſten Kulturſamen iſt von der Kontroll⸗Station unſchwer feſtzuſtellen, da bei deren Vor⸗ ſtand die nötigen Kenntniſſe und außerdem der Beſitz einer Muſter⸗ ſammlung vorauszuſetzen ſind. Für die Echtheit von Varietäten iſt eventuell auf die Topf⸗ oder Feldprobe zurückzugreifen, wofür der iuſer in dieſem Falle ſich vom Lieferanten eine Garantie zu fordern
at.—
¹) Auf Cuscuta iſt die ganze eingeforderte Menge auszuleſen, und zwar nicht bloß das Abgeſiebte, ſondern auch die auf dem Siebe zurück⸗ bleibenden Samen. Iſt eine Probe ſtark ſeidehaltig, ſo genügt die Ausleſe einer Mittelprobe von 25 bezw. 50 g.


