164 Waſſer.
dem Anſäuern des Waſſers mit Salzſäure in der S. 19 angegebenen Weiſe gefunden.
Die Kohlenſäure findet man nach folgender Methode. Man bereitet eine klare ammoniakaliſche Chlorbaryumlöſung(1 Vol. Chlor⸗ bariumlöſung[1: 10] und 2 Vol. wäſſeriges Ammoniak von 0,96 ſpezifiſchem Gewicht) durch Aufkochen und Abfiltrieren der Miſchung; von dieſer Löſung werden 50 ccm mit 200— 300 cem des zu prü⸗ fenden Waſſers vermiſcht, in zugeſtöpſelter Flaſche geſchüttelt und nach längerem Stehen an einem warmen Orte der Niederſchlag möglichſt raſch und bei Ausſchluß der Luft filtriert und gut ausgewaſchen; in dem gelinde geglühten Niederſchlage(das Filter verbrennt man für ſich und fügt die Aſche zu dem vom Filter genommenen Niederſchlag hinzu) beſtimmt man in einem hierzu paſſenden Apparate die Kohlen⸗ ſäure.
Die Kohlenſäure kann man auch mit einer Miſchung von Chlorcalcium und Ammoniak ausfällen und die Beſtimmung nach der Pettenkoferſchen Methode ausführen. Es werden 100 cem des zu unterſuchenden Waſſers in einer Glasflaſche mit 3 cem einer faſt geſättigten Löſung von Chlor⸗ calcium und 2 cem einer geſättigten Salmiaklöſung verſetzt; hierauf fügt man 45 cem titriertes Kalkwaſſer hinzu, verſchließt die Flaſche, ſchüttelt um und läßt 12 Stunden ſtehen. Nach dieſer Zeit nimmt man von der klaren, über dem Niederſchlage befindlichen Flüſſigkeit mittelſt einer Pipette 50 cem, verſetzt mit einigen Tropfen empfindlicher Lackmustinktur oder beſſer noch Roſolſäure und läßt aus einer Bürette titrierte Oxalſäurelöſung zufließen, bis der letzte Tropfen derſelben eine Reaktion auf freie Säure bewirkt. Bei zu großem Zuſatz von Oxalſäure wird mit dem Kalkwaſſer zurücktitriert.— Die titrierte Oxalſäurelöſung erhält man durch Auf⸗ löſen von 2,864 g reiner kryſtalliſierter Oxalſäure in 1 1 deſtilliertem Waſſer; 1 ccm davon entſpricht dann 1 mg der durch Kalk gefällten Kohlenſäure.
Die Beſtimmung von Eiſen, Kalk, Magneſia, Kali und Natron erfolgt nach den S. 15—20 angegebenen Methoden.
Für techniſche Unterſuchungen des Waſſers auf deſſen Härte⸗ grad iſt die Clark'ſche Methode ſehr bequem und oft ausreichend, obgleich ſie nicht auf große Genauigkeit Anſpruch machen kann. Als Härtegrade bezeichnet man am einfachſten die Gewichtsteile(z. B. Milligramme) Kalk(die Magneſia iſt im Verhältnis zum Kalk meiſtens nur in geringer Menge zugegen und es kommt dafür eine äquivalente Menge Kalk in Rechnung), welche in 100 000 Gewichtsteilen Waſſer enthalten ſind. Die Beſtimmung geſchieht mittelſt einer titrierten Seifenlöſung.
Die Seifenlöſung bereitet man nach Kubel am beſten, indem man 150 Teile Bleipflaſter und 40 Teile kohlenſaures Kalium zuſammenreibt, die gleichförmige Maſſe mit Alkohol auszieht, das Filtrat im Waſſerbade ver⸗ dampft und den Rückſtand in Alkohol von 56 Volumprozent, etwa 20 Teile Seife in 1000 Teilen Alkohol, auflöſt. Außerdem werden 0,523 g reines und trockenes, kryſtalliſiertes Chlorbaryum in Waſſer gelöſt und die Flüſſigkeit bis zu 11 Flüſſigkeit verdünnt. 100 cem dieſer Löſung werden ſo lange mit der Seifenlöſung verſetzt, bis nach ſtarkem Umſchütteln der
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