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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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12 Allgemeine Unterſuchungsmethoden.

mit heißem Waſſer nachgeſpült, mehrere Male mit heißem Waſſer nachgewaſchen, darauf mit Alkohol und zuletzt mit Ather die größte Menge des Waſſers entfernt. Nach vollſtändigem Trocknen verbindet man das Röhrchen ſo mit einem Waſſerſtoff⸗Entwickelungs⸗Apparat, daß das getrocknete Waſſerſtoffgas durch ein am oberen Ende des Filterröhrens mittelſt eines gut ſchließenden Korkes aufſitzendes engeres Röhrchen eintritt und durch das ſchräg nach abwärts geneigte Filter⸗ röhrchen hindurchgeht. Nach einiger Zeit, wenn die Luft ausgetrieben, erhitzt man den Asbeſtpfropfen mäßig, worauf die Reduktion des Kupfer⸗ oxyduls zu metalliſchem Kupfer ſtattfindet. Sind die bei der Reduktion auftretenden Waſſertropfen verdampft und iſt ſämtliches Kupfer mattrot, ſo läßt man im Waſſerſtoffſtrome erkalten und wägt dann ſogleich. Die Gewichtszunahme ergiebt die Menge des Kupfers; die dieſem ent⸗ ſprechende Menge der betreffenden Zuckerart findet man in den Tabellen für dieſelben angegeben.

bb) Eine andere Portion der Löſung(etwa 50 cem) wird mit 12 cem einer verdünnten Schwefelſäure(1 T. H.SO, auf 5 T. Waſſer) verſetzt, hierauf 23 Stunden lang auf dem Waſſerbade erhitzt, alsdann mit 10 cem Bleieſſig verſetzt und ebenfalls mit der Fehlingſchen Kupferlöſung geprüft. Die Differenz im Zuckergehalt von(aa) und (bb) ergiebt die Menge des Rohrzuckers, wenn man jene Differenz mit 0,95 multipliziert. Sind keine ſonſtigen optiſch aktiven Verbindungen in der Löſung vorhanden, ſo kann der Rohrzucker auch durch Polari⸗ ſation) beſtimmt werden.

Der Rückſtand von der Behandlung mit Weingeiſt wird bei 100° getrocknet, ſodann gewogen und eingeäſchert. Nach Abzug der Aſche und der ſchon früher ihrer Menge nach ermittelten Proteinſtoffe, wird der Reſt als gummiartige Subſtanz im Gemenge mit Pflanzenſäuren ꝛc. anzuſehen ſein. Inwiefern dieſes Gemenge eine noch weitere Abſcheidung oder Charakteriſierung der einzelnen ſtick⸗ ſtofffreien organiſchen Beſtandteile zuläßt, kann hier nicht weiter er⸗ örtert werden.

b) Beſtimmung der Stärke. Als Stärke bezeichnen wir die⸗ jenigen Kohlenhydrate, welche in kaltem Waſſer unlöslich ſind, aber durch Diaſtaſe oder überhitzten Waſſerdampf löslich gemacht werden und nach der Inverſion Fehlingſche Löſung reduzieren. Da das Um⸗ wandelungsprodukt der Stärke Dextroſe iſt, wird der Reduktionswert der Zuckerlöſung nach Fr. Soxhlet oder F. Allihn ermittelt und auf Dextroſe berechnet, deren Menge mit 0,9 multipliziert die vor⸗ handene Stärkemenge ergiebt.

Unter den vorgeſchlagenen Methoden ſind erwähnenswert:

Die Methode von M. Maercker und A. Morgen: 3 g der zur Analyſe vorbereiteten, ſehr fein gepulverten Subſtanz werden mit 50 cem Waſſer in einem kleinen cylindriſchen, etwa 100 ccm

¹) Vergl. J. König: Die Unterſuchung landwirtſch. u. gewerbl. wichtiger Stoffe. Berlin, Verlagsbuchhandlung Paul Parey 1898. 2. Aufl. S. 215.

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