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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
Entstehung
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Varietäten. 15

Im allgemeinen iſt dieſe neue Züchtung Richter's, mit welcher derſelbe eine würdige Nachfolgerin für ſeinen Imperator geſchaffen hat, demſelben außerordentlich ähnlich, nur iſt an⸗ ſcheinend dieſe neue Sorte beſſer im Ertrage, in der Haltbarkeit, ſowie in der Widerſtandsfähigkeit, gegen die Krankheit. Dr. von Eckenbrecher berichtet:Wir ſahen ſie 1893 mit einem Durch⸗ ſchnitts⸗Ertrage von 28474 kg p. ha an der Spitze aller an⸗ gebauten Sorten und ſie überragt damit das Jahresmittel um 5 368 kg und die durchſchnittliche Ernte der ertragreichſten Sorte um nahezu 10000 kg. Beſonders bemerkenswert erſcheint es, daß ſie faſt auf allen Verſuchsfeldern ſich ſehr lohnend erwieſen hat, ſo daß ihrem Maximalertrage von 39 760 kg ein Minimal⸗ ertrag von immer noch 23 920 kg gegenüberſteht.

über das ſonſtige Verhalten iſt zu berichten, daß ſie unter allen Sorten die geringſte Menge kranker Knollen und wenig Schorf zeigte.

Demnach iſt dieſe Sorte als eine vorzügliche Fabrik⸗, gute Speiſe⸗ und Dauerkartoffel anzuſehen.

Miniſter Dr. von Lucius.

Knolle: rundlich, weißgelblich, groß, tiefäugig; Kraut: ſtark, ziemlich hoch; Blüte: helllila.

Nach dem Bericht der D. Kart.⸗Kult.⸗St. erbrachte dieſe Sorte im Durchſchnitt von 3 Jahren 24 105 kg Knollen mit dem hohen Stärkegehalt von 19,67Ct., alſo einen mittleren Stärkeertrag von 4769 kg p. ha. Der Ertrag iſt ein gleichmäßiger und recht hoher, immer über dem Jahresmittel ſtehender geweſen, obwohl ſehr trockne und naſſe Jahre wechſelten, ſie wurde nur von demjenigen einiger weniger Sorten über⸗ troffen. Gegen Schorf ſcheint ſie nicht ſehr widerſtandsfähig zu ſein, mehr gegen die Krankheit. Die Haltbarkeit kann als eine ziemlich gute angeſprochen werden.

Dieſe neue Züchtung Richter's iſt als Speiſe⸗ und Fabrik⸗ kartoffel hoch beachtenswert; nur die Augen liegen etwas tief.