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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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240 Entnahme der Probe von Handelsdüngern.

weiter thun, als den Stickſtoff, die Phosphorſäure, in einer ſehr kleinen Menge des Düngers, in etwa 1 g, zu beſtimmen; wenn die ihm über⸗ ſandte Probe in ihrer Zuſammenſetzung nicht mit der Durchſchnitts⸗ zuſammenſetzung der Geſamtmenge der Ware übereinſtimmt, ſo iſt das nicht ſeine Sache.

Bei manchen Stoffen, beſonders bei Rohmaterialien, iſt es nun allerdings kaum möglich, eine gute Durchſchnittsprobe zu nehmen. So würde wohl ſelbſt der geübteſte und erfahrenſte Chemiker nicht imſtande ſein, den Wert eines Haufens Lederſchnitzel, alter Schuhe oder Knochen mit analytiſchen Zahlen zu belegen.

In ſolchen Fällen jedoch, die wohl nur in den Düngerfabriken vorkommen, kann man ſich beim Einkaufe an frühere Erfahrungen halten, die meiſt ein ſichereres Urteil erlauben, als die Analyſe, ſobald man die betreffenden Rohſtoffe ſchon in größeren Mengen verarbeitet und die Reſultate dieſer Verarbeitung durch genaue Ausbeutebeſtimmungen, ſelbſtverſtändlich durch Analyſen ergänzt, feſtgeſtellt hat.

Doch auch in der Landwirtſchaft kommen zuweilen Fälle vor, in denen die richtige Probenahme, ohne vorherige Bearbeitung des Materials, zu den Unmöglichkeiten gehört: ſo will ich hier nur den rohen Peru⸗Guano erwähnen. Bei Beſprechung dieſes Düngers wurde ſeine höchſt ungleichartige Zuſammenſetzung und die Urſache der⸗ ſelben ausführlich beleuchtet; es wurde an jener Stelle bemerkt, daß das Guanopulver ſich in ſeiner Zuſammenſtellung meiſt ſehr von den beigemengten feſten Stücken(Knollen) unterſcheidet. Nimmt man nun aus ſolchem Guano mit der Hand oder dem weiter unten beſchriebenen Probezieher ein Muſter heraus, ſo iſt es höchſt unwahrſcheinlich, daß in letzterem das Verhältnis zwiſchen Mehl und Knollen dasſelbe iſt, wie in der ganzen Sendung. Die Analyſe des Muſters wird dann wahrſcheinlich falſche Reſultate ergeben.*)

Das Erſte daher, was bei Entnahme der Probe aus grob⸗ ſtückigem Material zu thun iſt, iſt möglichſt ſorgfältige Ze rkleinerung, am beſten auch Sieben der Ware.

In den meiſten Fällen kommen übrigens die Düngeſtoffe in fein⸗ pulveriger Form in die Hände des Landwirtes, ſo daß eine Probenahme aus den Säcken mit Sicherheit ausgeführt werden kann.

Zu dem Zwecke benutzt man in Staßfurt zur Entnahme der Kaliſalzproben**) ein Inſtrument, welches auch für andere Subſtanzen zu empfehlen iſt, den ſog. Probezieher. Dasſelbe beſteht aus einem ſchwachen eiſernen Rohre, deſſen eines Ende in eine lange Spitze

*) Der getrocknete, gepulverte, wenn auch ſonſt noch rohe Guano iſt ſelbſt⸗ verſtändlich gleichmäßig.

**) Die rohen Kaliſalze ſind ebenſo ſchwer zu muſtern, wie der rohe Peru⸗Guano.