228 Die Kaliſalze in der Landwirtſchaft.
Die Kaliſalze in der Landwirtſchaft.
Seit dem erſten Erſcheinen dieſes Werkchens ſind in den An⸗ ſchauungen über die Düngung mit Kaliſalzen große Wandlungen vor ſich gegangen. Während früher der Landwirt ſich nur ſehr zaghaft und mit Mißtrauen an dieſe Salze heran wagte, werden jetzt Mengen derſelben aufgeſtreut, die man ſonſt für unbedingt verderblich gehalten hätte. Man hat eben im Laufe der Jahre erkannt, daß eine Zufuhr von Kali für die Pflanzen bei unſerer intenſiven Kultur eine Not⸗ wendigkeit iſt und hat ſich durch Mißerfolge nicht abſchrecken laſſen, immer neue Verſuche zu machen.
Sehen wir uns die Aſchentabelle S. 4 und die Erntetabelle S. 27 an, ſo finden wir, daß die Pflanzen im allgemeinen einen weit höheren Gehalt an Kali, als an Phosphorſäure haben, und können daraus ſchließen, daß ihr Bedarf an dieſem Stoffe ein ſehr hoher ſein muß. Wenn trotzdem früher die Düngung mit Kaliſalzen, auch mit den reinen Salzen, häufig Mißerfolge ergab, ſo iſt dies dadurch zu erklären, daß die erſten Verſuche mit demſelben naturgemäß in den intenſivſten Wirtſchaften angeſtellt wurden; dieſe aber haben an ſich ſchon ſehr kalireiche Böden, auf denen eine Zufuhr von Kali wirkungslos ſein mußte, während die übelen Nebenwirkungen der Verunreinigungen desſelben oft voll zur Wirkung kamen. Daß die Düngung mit reinen Kaliſalzen auf dazu geeigneten Böden von gutem Erfolge iſt, hat ſchon 1873 Herr S. Guradze auf Kottliſchowitz bei Toſt durch Verſuche bewieſen“) und zwar für Kartoffeln. Derſelbe hat ſchon damals gefunden, daß Chlorkalium weniger gute Reſultate ergiebt, als ſchwefelſaures Kali und ich gab deshalb ſchon damals den Rat, das erſtere Salz ſeines Chlorgehaltes wegen im Herbſte oder beſſer noch zur Vorfrucht auszuſtreuen, was heute überall für ganz ſelbſt⸗ verſtändlich gilt.
*) Der Landwirt, 1874.


