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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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Geſchichtliches über die Kaliſalze. 225

kleiner als im Jahre 1887 geweſen, doch darf hierbei nicht über⸗ ſehen werden, daß unſer Export dahin im Jahre vorher von 77 000 auf 116 000 Ctr. geſtiegen war, ſowie daß das Geſchäft namentlich mit den landwirtſchaftlichen Kreiſen dieſes Landes noch ziemlich neu und bei weitem nicht ſo geregelt iſt, wie man dies z. B. von Frankreich und Belgien ſagen kann. Der Abſatz nach Nordamerika bildet für das Chlorkalium⸗Geſchäft einen Faktor, welcher die jährliche Geſamtabſatzziffer weſentlich in der einen oder anderen Weiſe beeinflußt. Die Ausfuhr dahin betrug im letzten Jahre 549 755 Ctr., iſt demnach faſt um 200 000 Ctr. größer, als im Jahre vorher und überſteigt auch die bis dahin erreichte höchſte Abſatzziffer von 1885 noch um 100 000 Ctr. Der Chlorkalium⸗Verbrauch in Oſterreich⸗Ungarn iſt nicht gewachſen. Es liegt dies zum großen Teil an den Zollbeſtimmungen, welche früher beſtanden und die Einfuhr von Chlorkalium in Oſterreich, ſoweit dasſelbe nicht zu techniſchen Zwecken benutzt werden ſollte, er⸗ ſchwerte und ſomit eine ausgedehnte Verwendung von Kaliſalzen zu landwirtſchaftlichen Zwecken unmöglich machte. Dieſe Verhältniſſe haben ſich indeſſen jetzt gebeſſert, aus welchem Grunde das Syndikat eine Agentur in Wien errichtet hat, welcher es obliegt, die landwirtſchaft⸗ lichen Kreiſe Oſterreich⸗Ungarns über die Anwendung von Kaliſalzen zu Düngezwecken zu belehren und den Verbrauch auf dieſe Weiſe zu fördern. Es ſind aber grade in Oſterreich noch Schwierigkeiten aller Art zu überwinden, ſo daß ein durchſchlagender Erfolg erſt mit den Jahren zu erhoffen ſein wird. Das Verbrauchsfeld in Rußland iſt ein beſchränktes, und war bislang alle Mühe vergeblich, Chlorkalium zu landwirtſchaftlichen Zwecken, wenigſtens in größeren Mengen dahin ab⸗ zuſetzen. Das von uns nach Rußland verkaufte Chlorkalium geht faſt ausſchließlich nach Petersburg und Riga und wird auf Salpeter und andere chemiſche Erzeugniſſe verarbeitet. In Spanien, Portugal und den Kolonien iſt unſer Abſatz im letzten Jahre von 8000 auf 15 000 Ctr. geſtiegen; wenn dieſe Zahlen auch zu klein ſind, um das Reſultat eines Geſchäftsjahres weſentlich zu beeinfluſſen, ſo ſind ſie doch wichtig genug, um hervorgehoben zu werden. Dieſe letzteren jetzt für uns noch unbedeutenden Abſatzgebiete werden mit den Jahren ohne Zweifel an Wichtigkeit gewinnen; freilich wird es noch vieler Mühe bedürfen, um in denſelben das Verſtändnis für die Kalidüngung in dem Maße zu wecken, wie es für die hieſige Induſtrie wünſchenswert erſcheint. Wie bei früheren ähnlichen Anläſſen geſtatten wir uns zum Schluß noch einige Mitteilungen über die gegenwärtige Geſchäftslage ſowie über die Hoffnungen, welche wir an den ferneren Verlauf des diesjährigen Geſchäfts knüpfen. Unſere bis jetzt abgeſchloſſenen Ver⸗ käufe beziffern ſich einſchließlich einiger aus dem vergangenen Jahre übernommenen Lieferungsverpflichtungen auf rund 2 575 000 Ctr. Chlorkalium à 80 Proz. Hierzu ſind ferner zu rechnen 125 000 Ctr. Rümpler, Düngeſtoffe. 4. Auflage. 15