Druckschrift 
Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen

224 Geſchichtliches über die Kaliſalze.

In bezug auf den Verbrauch von Chlorkalium in Deutſchland ſei hier noch darauf hingewieſen, daß von den früher außerhalb des Syn⸗ dikats ſtehenden, Chlorkalium fabrizierenden vier Firmen jährlich, je nach der Carnallitförderung, 150,000 bis 200,000 Ctr. Chlorkalium erzeugt ſind, welche in eigenen Anſtalten der Beſitzer dieſer Fabriken auf Salpeter und Pottaſche weiterverarbeitet wurden, ſo daß ſich der Verbrauch von Chlorkalium im Inlande in den letzten vier Jahren ziemlich gleichmäßig auf rund 1 000 000 Ctr. geſtellt hat. Bei näherer Betrachtung dieſer im ganzen faſt gleichen Abſatzziffern wird erſichtlich, daß gleichwohl nicht unweſentliche Schwankungen im Verbrauch für die einzelnen Erzeugniſſe ſtattgefunden haben. Im Geſchäftsgange der Pottaſche⸗Induſtrie, für welche ſeit einer Reihe von Jahren ein ge⸗ ſteigerter Konſum nachgewieſen werden konnte, machte ſich zum Nachteil desſelben eine allgemeine Unſicherheit geltend, und hat dieſe denn auch zur Folge gehabt, daß der Verbrauch von Chlorkalium für beſagten Induſtriezweig im letzten Jahre um 78 000 Ctr. hinter demjenigen des Jahres 1887 zurückgeblieben iſt. Hoffentlich werden ſich die Verhält⸗ niſſe zum beſten des Geſchäfts bald vollſtändig klären. Vorerwähnter Ausfall iſt für uns durch einen ſchlankeren Geſchäftsgang bei den Salpeterfabrikanten wieder eingebracht; denn während wir im ver⸗ gangenen Jahre über eine Abnahme des Konſums bei der Darſtellung von Salpeter in Deutſchland von 100 000 Ctr. berichten mußten, freut es uns, heute mitteilen zu können, daß unſer Abſatz für dieſe Zwecke gegen 1887 um 91 000 Ctr. Chlorkalium gewachſen iſt und ſomit die Höhe des Jahres 1886 nahezu wieder erreicht hat. Die deutſche Landwirtſchaft bezieht nach wie vor nur ganz geringe Mengen Chlor⸗ kalium, und wenn auch erwähnenswert iſt, daß der Verbrauch im Jahre 1888 um 7000 Ctr. größer als im Vorjahre war, ſo muß derſelbe leider immer noch als ein verhältnismäßig ſehr geringer be⸗ zeichnet werden. Die eigentliche Zunahme des Chlorkalium⸗Verbrauchs iſt nach dem Geſagten alſo im Auslande zu ſuchen, und zwar hat ſich die Ausfuhr mit Ausnahme derjenigen nach Schottland und Oſterreich nach allen ausländiſchen Abſatzgebieten geſteigert. In England nimmt der Verbrauch, wenn auch nur langſam, ſo doch ganz regelmäßig zu; dagegen haben wir in Schottland einen nicht unerheblichen Ausfall zu beklagen, welcher in der regeren Nachfrage nach chromſaurem Natron bei Vernachläſſigung von chromſaurem Kali ſeinen Grund hat. Unſer Abſatz nach Frankreich hat im letzten Jahre zwar keine weitere Zunahme erfahren; da derſelbe ſeit 1885 aber um 125 000 Ctr. gleich 100 Proz. gewachſen iſt, ſo dürften die auf dieſem Gebiete erzielten Erfolge gleichwohl befriedigen. Der Verbrauch in Belgien und Holland iſt ganz regelmäßig gewachſen; derſelbe betrug 1885 nur 95 000 Ctr., im letzten Jahre dagegen 195 200 Ctr., ſo daß die Zunahme 100. Proz. überſteigt. Nach Italien iſt die Ausfuhr im letzten Jahre um 33 000 Ctr.