210 Decklauge.
Da Chlorkalium mit einem Gehalte von 60 bis 70 Proz. der reinen Verbindung ſchwer oder gar nicht verkäuflich iſt, ſo wird dasſelbe ſtets noch einer Reinigung(durch ſog. Decken) unterworfen. Zu dem Zwecke übergießt man es in ſogen.„Deckbottichen“, Holzgefäßen, die mit einem Siebboden verſehen ſind, der gewöhnlich noch mit Säcken oder Weidenhorden belegt iſt, mit ſo viel Waſſer, daß letzteres etwa 2 bis 3 cm über dem Salze ſteht, läßt 5 bis 6 Stunden ſtehen und läßt dann die„Decklauge“(III) durch ein am Boden des Bottichs befindliches Spundloch ſo vollſtändig als möglich ablaufen. Sie fließt in ein beſonderes Baſſin(Decklaugenbaſſin), von wo ſie nach den Löſe⸗ keſſeln gepumpt wird. Ein Verdampfen mit der Mutterlauge zuſammen würde fehlerhaft ſein, aus Gründen, die weiter unten erörtert werden.
Wun oben analyſiertem Salze enthielt die Decklauge(ſpez. Gew. 30° Bö.)
Waſſer...... 72,212 Proz. Schwefelſaure Magneſia 1,659„ Chlormagneſium... 11,730„ Chlorkalium... 5,930„ Kochſalz...... 8,469„
100,000 Proz.
Iſt das Chlorkalium durch dieſes einmalige Decken noch nicht genügend angereichert, ſo wiederholt man dasſelbe noch ein⸗ oder zwei⸗ mal, bis das Salz im trockenen Zuſtande wenigſtens 80 Proz. Chlor⸗ kalium enthält.
Obige Decklauge ſtellt eine geſättigte Löſung vor; eine ſolche enthält aber
(bei 15° C.) aus reinem Chlorkalium bereitet 25 Proz. KCl.
F7 2 2 Kochſalz v 2 7 F N aCl.
Vergleicht man dieſe Zahlen mit denen der Analyſe, ſo erkennt man, daß Chlormagneſium die Auflöſung ſowohl des Chlorkaliums als auch des Kochſalzes erſchwert. Da man aber gerade letzteres durch das Decken entfernen will, ſo wird ein Kaliſalz mit wenig Chlor⸗ magneſium, alſo ein grobkörniges, ſich leichter auf dieſe Weiſe reinigen laſſen, als ein ſolches, welches viel dieſer Verbindung enthält(fein⸗ körniges).
Nun iſt aber das Decken eine beſonders koſtſpielige Operation, weil man dabei einen Teil ſchon fertiger Ware, in der alſo eine bedeutende Menge Arbeitslohn und Kohlen ſteckt, wieder auflöſt; man arbeitet daher am vorteilhafteſten, wenn man ſo wenig als möglich deckt, d. h. alſo, wenn man möglichſt grobkörniges Salz her⸗ ſtellt. Aus oben analyſiertem Salze habe ich ſtets mit einmaligem Decken 80 prozentige Ware erhalten, während man bei ſehr feinem
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