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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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Chlorkalium. 201

Es bleibt uns nun zu beſchreiben, wie aus den eben beſchriebenen Mineralien die lange Reihe von Fabrikaten entſteht, die dem Land⸗ wirte als Kalidünger bekannt ſind.

Das in den Fabriken zur Verarbeitung kommende Rohſalz iſt ein buntes Gemenge aller dieſer Salze, doch iſt der Carnallit vor⸗ herrſchend. Der Gehalt desſelben an letzterem Materiale beträgt 50— 65 Proz., was einem Chlorkaliumgehalte von 13—17 Proz. ent⸗ ſprechen würde.

Dasſelbe wird ausſchließlich verwendet zur Herſtellung von

Chlorkalium.

Die jetzt gebräuchlichen Methoden der Verarbeitung des Kali⸗ Rohſalzes auf reinere Kaliſalze(Chlorkalium) beruhen im weſentlichen auf der oben erwähnten Eigenſchaft des Carnallits, ſich mit Waſſer in Chlorkalium und Chlormagneſium zu zerſetzen; derſelbe wird alſo ge⸗ löſt und aus der Löſung ſcheidet man das Chorkalium durch Kriſtalli⸗ ſation aus. Dieſer Vorgang iſt an ſich ein ſehr einfacher, er wird aber komplizierter dadurch, daß eine Reihe fremder, ebenfalls löslicher Salze den Carnallit begleiten; die wichtigſten dieſer Begleiter ſind das Steinſalz, in Mengen von 20— 25 Proz. und der Kieſeriet, 15— 20 Proz. des Rohſalzes die übrigen, oben beſchriebenen Mineralien, Kainit, Polyhalit, Tachhydrit ꝛc. kommen nur ſelten in größerer Menge dazwiſchen vor, ſind allerdings alsdann für den Fabrikanten um ſo ſtörender.

Da das Rohſalz jetzt ſtets in ſtückiger Form von den Werken ge⸗ liefert wird(früher, als der Betrieb noch kleiner war, wurde auch wohl hin und wieder gemahlenes Salz verkauft) muß es, ehe es gelöſt wird, zerkleinert werden. Es geſchah dies früher allgemein durch Zer⸗ ſchlagen desſelben mit langgeſtielten Hämmern, ſeit Jahren jedoch haben alle Fabriken für dieſen Zweck Maſchinen eingeführt. Die gebräuch⸗ lichſte dieſer Maſchinen iſt der ſog. Salz⸗ reſp. Steinbrecher, den wir früher ſchon als zur Zerkleinerung der Phosphate dienlich erwähnten.

Der Salzbrecher, von dem Figur 20 einen Längsſchnitt, Figur 21 die Anſicht von oben darſtellt, beſteht aus dem Maule A und dem Bewegungsmechanismus B. Durch die Riemſcheibe C wird die Welle ab in Umdrehung verſetzt, auf der in der Mitte eine breite exzentriſche Scheibe c (ein ſog. Exzenter befeſtigt iſt). Der Exzenter ſitzt wieder drehbar in dem Klotze Bi, welchen er bei jeder Umdrehung abwechſelnd hebt und ſenkt. An dem unteren Ende des Klotzes Bi ſind mit Scharnieren zwei ſtarke eiſerne Platten, die ſog. Flügelplatten, befeſtigt, deren andere