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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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28 Wert der chemiſchen Bodenanalyſe.

doch auf das genaueſte beſtimmen können, welcher Stoff dem Acker⸗ boden zur reichlichen Ernährung fehlt; die Hoffnungen aber, die ſ. Z. Liebig auf die Bodenanalyſe als Mittel zur Hebung der Landwirt⸗ ſchaft ſetzte, haben ſich bisher nicht, oder nur in geringem Maße erfüllt. Es liegt dies daran, daß alle wichtigen Pflanzennährſtoffe ſich im Boden zum Teil in Formen vorfinden, in denen ſie für die Pflanzenwurzeln ſehr ſchwer aufnehmbar(löslich) ſind und nur zum geringeren Teile in leicht aufnehmbarer Form. Die chemiſche Analyſe kennt bisher kein Mittel, dieſe beiden Formen auch nur annähernd auseinander zu halten. Die einzigen Stoffe im Ackerboden, über die die Analyſe zuverläſſige Auskunft giebt, ſind der kohlenſaure Kalk und der Stickſtoff. Erſterer muß in jedem geſunden Boden, am beſten in Mengen, die 1 der Erde überſteigen, vorhanden ſein, letzterer iſt, immer einen normalen Boden vorausgeſetzt, wenn nicht ſofort, ſo doch in kurzer Friſt für die Pflanzen aufnehmbar; und dabei beſitzt die Chemie ſogar noch die Mittel, die verſchiedenen Verbindungen des im Boden befindlichen Stickſtoffs, Salpeterſäure, Ammoniak und organiſche Stickſtoffverbin⸗ dungen neben einander zu beſtimmen.

Bei der Beſtimmung des Kalis und der Phosphorſäure im Acker⸗ boden hingegen läßt uns die Analyſe ziemlich ratlos. Man kann mit Leichtigkeit und auf das Genaueſte feſtſtellen, welche Mengen dieſer Stoffe in einer beſtimmten Bodenprobe im Ganzen vorhanden ſind, doch nützt dieſe Kenntnis für die landwirtſchaftliche Praxis gar nichts, denn dieſe Mengen ſind oft ſo erheblich, daß ſie für Jahrhunderte ausreichen müßten, während die Praxis zeigt, daß man ohne Zufuhr von Phosphorſäure oder Kali nur ungenügende Ernten erzielt. Es iſt dies ein Beweis dafür, daß nicht ſämtliche Phosphorſäure, ſämtliches Kali im Boden für die Pflanze ſo leicht aufnehmbar iſt, wie dies für ein gutes Gedeihen derſelben nötig iſt. Es ſind ja verſchiedene Vor⸗ ſchläge gemacht, nach denen man möglichſt nur die wirklich aufnehm⸗

baren Stoffe zu gewinnen hoffte; der eine ſchlägt vor, die Erde mit

ſehr verdünnter Salpeterſäure kalt zu extrahieren, der andere kocht mit 10 prozentiger Salzſäure u. ſ. w.; wendet man dieſe verſchiedenen Methoden auf dieſelbe Erdprobe an, ſo erhält man grundverſchiedene Reſultate, iſt alſo nicht klüger wie zuvor. Nur für kohlenſauren Kalk und für Stickſtoff iſt alſo, wie ſchon geſagt, die Bodenanalyſe direkt für den Landwirt verwertbar, und es iſt daher nicht überflüſſig, wenn ich nachſtehend die Vorſchrift für die richtige Entnahme der Bodenprobe, wie ſie Grouven im III. Bericht der Verſuchsſtation Salzmünde giebt, mitteile. Ohne richtige Probenahme würde die Ackeranalyſe wertlos ſein. Daß man die Proben nur von Ackerbreiten nimmt, die ſchon jahrelang ein zuſammengehöriges Ganzes bilden, und daß man abnorme Stellen, Moorlöcher, kieſige Stellen und dergleichen dabei überſpringt, bedarf kaum der Erwähnung.