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Jedoch wird man einige zweckmäſsig scheinende Kreuzungen mit Vorsicht
versuchen*).
Zwar ist von allen erfahrnen Viehzüchtern die Besorgniſs, daſs eine Begattung in naher Verwandtschaft ein geschwächtes und tadelhaftes Ge- schlecht hervorbringe, als ein Vorurtheil anerkannt. Vielmehr siehet man es jetzt als den einzigen sichern Weg an, vorzügliche und seltene Qualitä- ten zu erhalten und in der Descendenz constant zu machen, daſs man die Thiere, die sie vom Vater oder Mutter ererbt haben, in nächster Verwandt- schaft zusammenbringt. Aber eben so gewiſs ist es, daſs Fehler sich ver- erben und immer dabei vergröſsern. Selbst an sich gute und wünschens- werthe Qualitäten werden im Uebermaaſs zum Fehler. So gehet Sanft- heit der Wolle in tadelhafte Weichheit und Schlaffheit, eine starke, elasti- sche Kräuselung in Verworrenheit und Zwirnung über, wenn diesem Ueber- maaſse nicht durch eine richtig ausgewählte Begattung vorgebeugt wird. Und in so fern ist die alte Meinung, daſs zu Zeiten eine Erfrischung des Bluts— wie man es nennt— durch fremde männliche Thiere nöthig sey,
*) Nach völlig hergestellter Gesundheit der Thiere, und bei der zweiten und dritten, unter zweckmäſsiger Haltung herangewachsenen Schur, hat sich die Wolle doch anders gestal- tet, wie es bei der ersten schien. Theils gingen die Eigenthümlichkeiten einiger Racen bestimmter hervor, theils zeigte es sich aber auch, dals das, was man dafür annahm, nur eine Folge der Kranklichkeit und widernatürlichen Haltung gewesen war. Es sind da- her jetzt in der Frankenfelder Schaferei folgende vier Hauptstämme constituirt worden, deren Benennung von ihrem Ursprunge beibehalten worden.
1) Die Moncey's, zu welchen ein Theil der Malmaison's gekommen.
2) Die Rambouillet's, zu welchen ein anderer Theil der ilinen homogenen Mal-
maison's gekommen. 3) Die Murat', mit welchen der grölste Theil der Dailly's verbunden. 4) Die Chanteloup's.
Ein Haufen minder charakteristischer Mütter ist auf Antrag des Administrators Herrn Lezius mit Möxgliner Stöhren aus dem Roxburger Stamm jetzt zusammengebracht, um den Ver- such dieser Verpflanzung der höchstfeinen Wolle auf Körper mit gedrungenerm Fliels zu machen; so wie dagegen in Möglin höchstfeine Sächsische Schafe mit Stöhren von Mo- rel de Vindée und Malmaison begattet sind. In Parken werden die Malmaison's bisher abgesondert erhalten. Nach Petersberg sind ausgewahlte Sröhre aus Frankenfelde zu den dortigen Castellaschen Schafen gesandt worden, da eine Kreuzung dieser Heerde drin-
gend nöthig schien. A. d. V.


