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Ueber die Abarten der Merinoschafe, ihre Entstehung und Vervollkommnung / von Herrn Thaer
(vorgelesen den 8. März 1816)
Entstehung
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uüber die Abarten der Merinoschaſe. 13

dennoch richtig. Dies ist nun auch wohl der Fall mit den hochfeinen, in Sachsen gewissermaſsen gebildeten, Merino-Stämmen denn sie finden nirgend ihres Gleichen die aber ein zu loses, fladdriges, weniger ergie- biges Flieſs, ein zu weiches Haar mit zu geringer Elasticität, einen zu schmalen Körper hin und wieder zu bekommen anfangen. Hiergegen fin- den wir ein sicheres Gegenmittel in unserer aus Frankreich erhaltenen Stammschäferei, indem wir Thiere haben, die in der Dichtheit des Flieſses, einer wohlgeordneten Kräuselung und Elasticität des Haares und gedrunge- nem breitem Körperbau alle Sächsischen Heerden bei weitem übertreffen, ohne ihnen in der Feinheit nachzustehen; ob ich gleich nicht behaupten kann, daſs wir irgend eines hätten, was in letzterer Qualität den vorzüg- lichsten Sachsen den Rang abgewönne. In dieser Hinsicht wird also unsere Stammschäferei auch für diejenigen, welche schon einen hochfeinen Stamm Sächsischer Abkunft besitzen, sehr wohlthätig seyn, wenn sie mit Kenntniſs wählen.

Für diejenigen aber, welche die Veredlung erst angefangen haben, oder darin begriffen sind, ohne schon einen hohen Grad erreicht zu ha- ben, kann unsere Stammschäferei einen sicherern und derberen Grund legen und wahrscheinlich schnellere Fortschritte bewirken, als es durch Stöhre aus den hochfeinen Sächsischen geschehen würde. Dichtheit, Elasticität und guter Körperbau muſs hier besonders berücksichtigt werden; die höchste Feinheit und Werth der Wolle ist doch erst in späteren Generationen zu erreichen. Herr Piotet hat schon längst die Behauptung aufgestellt, daſs die Veredlung mit den aus Rambouillet erhaltenen Stöhren weit schneller als mit Sächsischen vorschreite, und ich glaube, daſs er in gewisser Hinsicht Recht habe, obgleich sein angegebener Grund weil alle Sachsen Metis wären offenbar falsch ist. Freilich sind bisher viele Metis als Sprung- stöhre genommen worden, weil man sie wohlfeil haben konnte, und damit ist man nun sehr wenig vorgeschritten. Aechte, reine Merinostöhre werden immer theurer, und es bleibt unsicher, ob man sie aus Privatschäfereien er- hält. Die aus den Französischen Heerden sind zuverlässig reiner Abkunft, wenn sie auch zum Theil minder fein sind, wie vielleicht ein oder anderer Metisbock. Zur Veredlung sind daher auch die weniger feinen, die vorerst

in unseren Stammschäfereien noch fallen werden, höchst schätzbar, wenn