iber die Abarten der Merinoschafe. 5
falls daselbst eingeführt. Zu der Römer Zeiten war es daselbst nicht vor- handen, und die Spanische Wolle stand selbst der Italienischen bei weitem nach. Auch sind jetzt noch, auſser den wandernden Heerden, die eigentli- chen einheimischen Schafe in Spanien, unter den Namen Scurros, gröber von Wolle als unsere Landschafe. Ueber die Art und die Zeit dieser Einfüh- rung haben wir bis jetzt keine dokumentirte Nachrichten, sondern nur Tra- ditionen und Muthmalsungen, und diese lauten verschieden. Wahrschein- lich aber ist es zu Anfange des vierzehnten Jahrhunderts geschehen. Wo- her sie gekommen, liegt noch mehr im Dunkel; aber über das Meer ist es geschehen, und die Spanier selbst leiten den Namen Merino von Marino, Transmarino her. Aus dem Vaterlande der Mauren stammen sie nicht her, denn in den Akfrikanischen Küstenländern findet sich keine Spur von fein- wolligen Schafen, und überhaupt ist nirgends ein Schaf anzutreffen, was den Merino's in der Feinheit der Wolle gleichkäme oder sie überträfe, als in einigen am Persischen Meerbusen liegenden Gegenden, dem Lande Caschi- mir und der Persischen Provinz Kerman, woselbst die hochfeinen Tücher, die ursprünglich mit dem Namen Caschimir und Shawls benannt und zu ungeheuren Preisen im Oriente bezahlt wurden, herkamen. Dieses Schaf soll aber in seiner Natur wenig Aehnliches mit dem Merino haben. Es ist daher wahrscheinlich, daſs diese Race, so wie sie ist, nicht von auswärts eingeführt, sondern durch fortgesetzte Kreuzung der Spanischen Landschafe mit auswärtigen Widdern entstanden sey, und daher lälst es sich erklären, daſs es in dieser Race selbst noch so bedeutende Verschiedenheiten— die freilich nur dem geschärften Auge des Kenners recht auffallend sind — gebe.
Bis vor Kurzem bestanden nur die groſsen wandernden Heerden, die das Recht der Mesta haben und jährlich zweimal, von Süden nach Norden im Frühjahre, und von Norden nach Süden im Herbste, die Mitte des Reichs durchziehen und die Unkultur eines breiten Streifens begründen, aus Meri- no's. Sie heiſsen deshalb Transhumantes, kommen nie in den Stall, auſser bei der Schur, welche auf der Mitte ihres Weges in dazu eingerichteten Schurhäusern geschieht. Vormals gab es gar keine feine Schafe in Spanien als in diesen wandernden Heerden, und man hatte auch daselbst das Vor- urtheil, daſs diese Race nicht anders als bei diesen Wanderungen gedeihe
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