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Ueber die Gesetze der Natur, welche der Landwirth bei der Veredlung seiner Hausthiere und Hervorbringung neuer Rassen beobachtet hat und befolgen muss / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 11. Juni 1812)
Entstehung
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Ueber

die sich fortpflanzenden Abartungen der kultivirten Pflanzen.

Von Herrn THAER*).

In meiner vorigen Vorlesung erlaubte ich mir, der Akademie einige Bemer- kungen über die Abarten der Hausthiere, und die vom Landwirthe beob- achteten Naturgesetze bei der Erzeugung und Fortpflanzung der seinen Zwek- ken besonders entsprechenden Ralsen, vorzulegen. Jetzt werde ich etwas von den Arten und Abarten derjenigen Pflanzen sagen, die dem Menschen gleich jenen Thieren fast in alle Klimate gefolgt sind, und dadurch sowohl, als durch den künstlichen Anbau, wahrscheinlich eine so beträchtliche Ab- aänderung von ihrem natürlichen Zustande erlitten haben, dafs es mir noch zweifelhaft scheint, ob wir sie irgendwo in ihrem ursprünglichen Zustande als einheimische Pflanzen auffinden können.

Es ist gewiſs, dals einige dieser Pflanzen noch immer und schnell ge- nug, um es mit eigenen Augen bemerken zu können, Abänderungen anneh- men, welche sich, wenn wir die Individuen auswählen, fortpflanzen, und nach einiger Zeit constant werden.

Daher ist bei diesen Pflanzengattungen die Schwierigkeit groſs, und nach der Regel der Botaniker kaum zu lösen, was wir als Art(species), und was als Abart(varietas) ansehen sollen. Botaniker, die hierüber entschei- dend haben absprechen wollen, Linné an ihrer Spitze, sind in offenbare Irrthümer verfallen; und die Geringschätzung, womit dieser von den Hor- tulanen und Floristen, die ihre Aufmerksamkeit auf Varietäten richteten, sprach, hat zuerst die allgemeine Pllanzenkunde zurückgehalten, indem sie sich auf seine Schüler vererbte. Dennoch sind die Erscheinungen, die wir

*) Vorgelesen den isten April 1813.

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