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Ueber die Gesetze der Natur, welche der Landwirth bei der Veredlung seiner Hausthiere und Hervorbringung neuer Rassen beobachtet hat und befolgen muss / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 11. Juni 1812)
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die Gesetze der Natur, welche der Landwirth bei der Veredlung seiner Hausthiere und Hervorbringung neuer

Raſsen beobachtet hat und befolgen muſs.

Von Herrn THAER*).

Sohon Drelingcourt zäühlte 262 verschiedene Hypothesen über die Fr-

zeugung auf, die er sämmtlich für falsch erklärte. Nichts sey gewisser,

sagt Blumenb ach, als daſs er dann die 263ste falsche hinzugefügt habe.

Wie viele nun seitdem in unsern hypothesenreichen Zeiten noch hinzuge-

kommen sind, würde sich kaum ausmitteln lassen, wenn auch jemand diese

Mühe übernehmen wollte.

Diese mannigfaltigen Theorien theilen sich in drei Hauptklassen: 1) In solche, welche den Keim bloſs für männlichen Ursprungs hal-

dten, und das weibliche Organ nur als den Auffangungs- und Ernährungsort

betrachten. Unter den Theorien dieser Classe haben die Leuwenhoekschen Samenthierchen zu ihrer Zeit die meiste Aufmerksamkeit erregt.

2) In solche, die den Keim im weiblichen Organe suchen, und die männliche Einwirkung nur in der Belebung desselben setzen; unter wel- chen die Bonnetsche Theorie von den seit Erschaffung der Welt präfor- mirten Keimen, in Ansehung des Beifalls, den sie eine Zeitlang erhielt, an der Spitze steht.

3) In solche, welche dem männlichen und weiblichen einen glei- chen oder fast gleichen Einfluſs bei der ersten Bildung des Keims zugeste-

*) Vorgelesen den 1¹ten Juni 1812.

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