woͤhnlich ſtark, weil man dadurch bei letzteren mehr und feineres Stroh, bei erſterem aber neben einer gröͤßeren Strohmaſſe auch mehr Korn zu gewinnen meint. Da dieſe Meinung, wie es ſcheint, hier zu Lande mehr und mehr um ſich greift, ſo muß man wuͤnſchen, daß ihre Rich⸗ tigkeit durch Erfahrungsſaͤtze bewieſen werde, welches bisher noch nicht geſchehen, indem im Ge⸗ gentheil viele Andere mit einer geringeren Einſaat gleichen Stroh⸗ und Koͤrner⸗Ertrag zu errei⸗ chen glauben. In der Kultur von C warf man durchſchnittlich uͤber 25 Metzen Weitzen und an 29 Metzen Erbſen auf 180 Pr. Ruthen aus. In den Wirthſchaften A und B nahm man 20 Metzen Weitzen und 19 Metzen Erbſen fuͤr 180 Ruthen. Der Ertrag war hier zwiſchen 10 und 11 Schfl. Weitzen und 7½— 6 Schfl. Erbſen vom Morgen, dort aber reſp. an 12 Schfl. und 7¼ Schfl., der Koͤrner⸗ und Stroh⸗Ertrag alſo im letzteren Falle ſtaͤrker; da aber hier kei⸗ nesweges feſtſteht, wie viel davon der vermehrten Einſaat und wie viel dem vielleicht hoͤheren Kraftzuſtande des Bodens beizumeſſen ſey, ſo beweiſet dieſe, wie aͤhnliche Angaben, weder fuͤr noch gegen die mehr, als gewoͤhnlich, ſtaͤrkere Einſaat. Es ſcheint, daß das hierin Vortheilhafte nur durch komparative Verſuche ermittelt werden koͤnne, welche aber auch nur fuͤr gleiche oder ſehr aͤhnliche Lokal⸗Verhaͤltniſſe angeſtellt und entſcheidend werden koͤnnen. Allgemein guͤltig kann das Reſultat der genaueſten Verſuche niemals ſeyn, weil die auf das Gedeihen der Pflanzen ein⸗ wirkenden Verhaͤltniſſe der Miſchung, Lage und Temperatur des Bodens, der Kultur, des Kli⸗ ma's ꝛc. nicht allgemein und gleichmaͤßig ſind, daher auch die Reſultate der ſchaͤtzbaren Verſuche des Herrn Uzagy und Anderer uͤber die Kultur der Cerealien nicht durchweg guͤltige Prinzipe begruͤnden, ſondern erſt in ihrer Vergleichung und analogen Anwendung nach Maaßgabe der Lo⸗ kalitaͤt hohen Werth erhalten.—
Ich kenne einige Landwirthe, die in den letzteren Jahren angefangen haben, auf Weitzen⸗ boden zweiter Klaſſe und Gerſtenboden erſter Klaſſe 28 Metzen Weitzen und druͤber pro Morgen einzuſaͤen, und dabei ihre Rechnung zu finden glauben. Sie glaubten dies, weil ſie reiche Ern⸗ ten machten; die Ueberzeugung werden ihnen aber nur vergleichende Verſuche geben koͤnnen, denn reiche Ernten wurden von Anderen auch bei einer gewoͤhnlichen Einſaat von 22 Metzen pro Morgen gemacht. Staͤnde es feſt, daß die Mehreinſaat von 6 Metzen nur 8 oder 12 Metzen, bei gleicher Guͤte der Koͤrner und des Strohes, zuruͤckgaͤbe, ſo rechtfertigte ſie ſich freilich von ſelbſt, weil ſie 25 bis 50 p. C. Zinſen truͤge. Moͤchte es einem der hieſigen Landwirthe, die ſo recht im Großen Flaͤchen von 500 Morgen mit 900 Schfl. Weitzen beſaͤen, und dieſes Einſaats⸗ Quantum noch zu erhoͤhen gedenken, gefallen, daruͤber etwas Naͤheres und Gegruͤndetes mitzu⸗ theilen! Die bis jetzt gangbare Theorie ſtreitet gegen dieſe ſtarke Beſaͤung eines fruchtbaren Bodens.—
Der Strohgewinn ſteht im Verhaͤltniſſe mit dem Koͤrnergewinne, ſo daß in der Regel in vielem Stroh auch viele Koͤrner enthalten ſind; jedoch zeigen ſelbſt die von mir geſchilderten drei Wirthſchaften einzelne Ausnahmen von dieſer Regel. Der Ertrag an Schocken haͤngt zwar auch von der Maſſe des Strohes, aber auch von der Groͤße der Gebinde ab. Die hinten fol⸗


