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Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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Die Wolle iſt um ſo feiner, je weniger die Haut, worauf ſie gewachſen war, dick iſt.

Die Feuchtigkeit, die Hitze der Sonnenſtrahlen, die Gegenwart fremder Koͤrper, die ſich an das Vließ anhaͤn⸗ gen, endlich die Reibungen und Zerrungen, welchen es ausgeſetzt iſt, ſind die aͤußern Umſtaͤnde, die der Wolle in ihrer Wachsthumzeit nachtheilig werden koͤnnen.

Hinſichtlich ihrer Verwendung zur Fabrikation werden die Wollen in zwei weſentlich verſchiedene Hauptclaſſen getheilt, naͤmlich 1) in die Wollen, welche fuͤr die Krem⸗ pel geeignet ſind, 2) in diejenigen, die fuͤr den Kamm tauglich ſind.

Die Theorie der Walkung giebt uns ſchaͤtzbare An⸗ ſichten uͤber die Guͤte der Krempelwollen, weil die Haupt⸗ qualitaͤt dieſer Wollarten in der Vereinigung der verſchie⸗ denen elaſtiſchen Kraͤfte beſteht, in ſo fern dieſe eine beſ⸗ ſere Walkung bewirken.

Diejenige Wolle, welche wir unter dem Namen der hochfeinen beſchrieben haben, iſt die, welche ſich am beſten walkt.

Das aus dieſer hochfeinen Wolle bereitete Tuch ver⸗ einigt im hoͤchſten Grade alle wuͤnſchenswerthen Eigen⸗ ſchaften: die Staͤrke oder Ausdauer, die Undurchdringlich⸗ keit, die Feinheit, die Leichtigkeit, die Sanftheit und die Geſchmeidigkeit.

Die wahren Kaͤmmwollen fehlen in Frankreich und die Einfuͤhrung der Raßen, die ſie hervorbringen, wuͤrde wohl⸗ thaͤtig fuͤr die Induſtrie ſeyn.

Die Anzeigen, welche man vom aͤußern Anblick der