Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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250 Wiederholende Ueberſicht.

Da wir jetzt zum Schluß des erſten Theils dieſer Schrift gekommen ſind, ſo ſcheint es uns noͤthig, in wenigen Worten die Hauptſaͤtze zu wiederholen, auf welche wir beſonders uns begruͤnden zu muͤſſen geglaubt haben. Die gedraͤngte Ueberſicht, welche wir davon geben wollen, wird den Sinn und die Verbindung unſerer Schluͤſſe dem Leſer klar dar⸗ ſtellen und er wird mit einem Blick das Ganze unſerer Arbeit uͤberſehen und beſſer wuͤrdigen koͤnnen.

Das Studium der Wolle iſt ſo vortheilhaft als noth wendig.

Die weſentlichſten Qualitaͤten der Wolle ſind die Feinheit, die Sanftheit, die Staͤrke und die elaſtiſchen Kraͤfte..

Der Character der hochfeinen Wollen beſteht in der Regularitaͤt und der Gleichheit ihrer Wellungen oder Bo⸗ gen durch die ganze Laͤnge des Wollhaars.

Man kann mit einigen Ausnahmen die Feinheit des Wollhaars nach der Zahl und Regularitaͤt der Wellun gen, die es in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande darbietet, beurtheilen.

Die Eigenſchaften der Wolle ſtehen untereinander und mit dem Zuſtande der Haut und des Koͤrpers des Thiers in genauer Verbindung.

Zu große Feiſtigkeit, eine große Statur, breite Ge⸗ ſtalt und Falten der Haut ſchließen die Superfeinheit aus.

Ein Krankheitszuſtand, duͤrftige Nahrung und aͤhnliche Umſtaͤnde haben auf die Qualitaͤt der Wolle einen noch nachtheiligeren Einfluß.