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lebendiger Trieb zur Vervollkommnung wohl nicht geſtat⸗ ten wird— oder uns nochmals verleiten laſſen, durch Boͤcke, die wohl weit her ſind, aber doch nichts taugen, unſere Raße zu verderben, wenn uns die Franzoſen den Preis in der hochfeinen Schaafzucht abgewinnen ſollten. Stillſtehen duͤrfen wir freilich nicht, denn ſonſt koͤnnten ſie uns nachkommen, wenn ſie der Verf. Rath befolgen. Aber die hoͤchſtmoͤgliche Vervollkommnung der Wolle liegt noch ſo nahe nicht und wir behalten Raum genug, ihnen immer vorzubleiben und zwar in groͤßeren Maſſen. Auch ſind unſere mittleren Merino⸗ und ſelbſt gut ge⸗ leitete Meſtizſchaͤfereien weit mehr geeignet zu der ho⸗ hen Electafeinheit uͤbergefuͤhrt zu werden, als jene In⸗ fantados, die ſich in Frankreich faſt ausſchließlich ver⸗ breitet haben..
Der guͤnſtigſte Umſtand iſt aber der, daß unſre land⸗ wirthſchaftlichen Verhaͤltniſſe beſonders in den dieſſeitigen preußiſchen Provinzen einer großen und dennoch zarten Schaafzucht ſo vorzuͤglich zuſagen und daß wir ſie ſo oͤconomiſch betreiben koͤnnen. Dank ſey es dem ſchon lange beſtehenden, aber nun durch die Aufhebung der baͤuerlichen Verhaͤltniſſe und die neue Gemeinheitsthei⸗ lungsordnung auf den hoͤchſten Punct gebrachten Sepa⸗ rations⸗ und Accommodirungsſyſteme, daß unſere Laͤn⸗ dereien in ununterbrochenem Zuſammenhange und zur privativen Dispoſition jedes Eigenthuͤmers liegen und daß wir ſie nach unſerm Bedarf wechſelsweiſe zum Acker, Futterbau und zu cultivirten Weiden benutzen koͤn⸗ nen! Hierdurch hat unſere Schaafzucht die ausgedehn⸗ teſten, faſt unermeßlichen Graͤnzen bekommen, ohne daß


