Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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aufs hoͤchſte gefuͤttert) ſo ſind ſie doch fuͤr eine Schaͤferei, die Hammel haͤlt, ſehr vortheilhaft, zumal da die Wolle der Hammel ungleich ſanfter als die der Zuchtthiere wird. Und dann kann man dieſer Raße, wenn ſie echt iſt, das nicht abſprechen, daß ſie weniger zuruͤckſchlagend ſey, als die Electorals, und daß ſie alſo fuͤr jeden, der nicht eine beſondere Aufmerkſamkeit auf die Auswahl der Stammthiere verwenden kann und will, Vorzuͤge habe und ſich gleichartiger erhalte.

Zu jedem Gebrauche ſteht ihre Wolle, wie die Verf. behaupten wollen, der Electoralwolle nicht nach. Zu den ſchwereren, waͤrmeren, die Naͤſſe mehr abhaltenden, dem Riſſe mehr widerſtehenden Campagnetuͤchern hat ſie wirkliche Vorzuͤge, und da deren Gebrauch doch im Ganzen uͤberwiegend bleiben wird, ſo hat ſie eigentlich einen hoͤheren Nutzungswerth. Im Preiſe aber wird dagegen die Electoralwolle wohl immer bedeutende Vor⸗ zuͤge behalten, weil ſie ſeltener iſt und es ihrer ſchwie⸗ rigern Erzeugung wegen bleiben wird und dennoch ihrer großen Annehmlichkeit wegen von allen Wohlhabendern immer mehr begehrt wird.

Daß man dagegen jener Infantadoraße die Woll⸗ qualitaͤten der Electorals geben und ihren Wollreich⸗ thum, Koͤrperbau und Falten dennoch beibehalten koͤnne, glaube ich nicht, bis ich es ſehe. Man kann ſie aller⸗ dings durch Kreuzungen in einer laͤngern Reihe von Generationen, zu jenen hinuͤber fuͤhren; aber ſo wie ſich ihre Wolle der Electoralwolle naͤhert, verliert ſich auch ihr Character im Uebrigen. Nie habe ich ein Electoral⸗ wolle tragendes Schaaf mit den Falten und Koͤdern der