Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

245

perfeinen nicht paſſend waͤren? oder iſt ihre Production vielleicht koſtſpieliger und ſchwerer? Wir werden beide Fragen verneinend beantworten, und die letztere beſonders im zweiten Theile dieſes Werks mehr entwickeln.

XXXVIII.

Anmerk. d. Ueberſ. Obwohl ich, zumal bei dem jetzi⸗ gen Verhaͤltniſſe der Preiſe, den Verf. in dem Vorzuge, den ſie der Electoralraße vor der Infantado geben, im Allgemeinen voͤllig beiſtimme und ihre Haltung, dem der ſie einmal hat und auf einer hohen Stufe zu erhal⸗ ten weiß, vortheilhafter halte; ſo ſcheinen ſie mir doch, die rauhe, ſchwerwollige, breite und faltige Raße zu ſehr herabzuwuͤrdigen. Sie wollen ihr auch den Vorzug im Gewichte der Schur abſprechen und ſcheinen die Schwere der Vließe allein der Menge des zaͤhen Fetts und der daran haͤngenden Unreinigkeit beizumeſſen; aber das iſt nicht der Fall. Wir haben in der koͤnigl. Stammſchaͤ⸗ ſerei zu Frankenfelde von 91 Hammeln(denn wir laſſen von dieſer Raße als Boͤcke wenige mehr gehen, weil ſie wenig Liebhaber finden) 21 Stein geſchoren, was auf das Hundert uͤber 23 Stein betraͤgt. Sie hatte freilich noch mehr Fett in ſich als Electoralwolle nach derſelben Pelzwaͤſche, aber es ward doch nicht getadelt. Dieſe Wolle nur zu 16 Rthlr. pr. Stein gerechnet, giebt einen Wollertrag von 368 Rthlr. von 100 Stuͤck Hammeln. Im Fleiſch⸗ werth waren ſie ebenfalls hoͤher, als man Electorals bringen kann; auch iſt das Fleiſch beſſer als von dieſen und von Meſtizen. Zugegeben allerdings, daß ſie eine ſtaͤrkere Nahrung erfordern,(jene Hammel waren freilich