Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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I.

Anmerk. des Ueberſ. Die Verfaſſer machen hier An⸗ ſpruͤche an die Chemie, deren Befriedigung ihr nicht leicht werden moͤgte. Die voͤllige Trennung der feſten organiſirten Subſtanz von der in ihr eingeſchloſſenen fettigen, moͤgte wohl große Schwierigkeiten haben, ja ſie ſelbſt halten ſie fuͤr unmoͤglich. Ohne dieſe phyſiſche Abtrennung kann aber jede beſonders keiner chemiſchen Analyſe unterworfen werden. Sonſt waͤre es wohl in⸗ tereſſant zu unterſuchen, ob der Unterſchied der ſanfte⸗ ren, geſchmeidigen Wolle und der barſcheren, ſtarreren von einer Verſchiedenheit des Stoffs, woraus ſie gebil⸗ det ſind, oder aber nur von einer Verſchiedenheit ihres Baues abhaͤnge.

Hinſichtlich der Art und des Grades ihrer Entſte⸗ hung, wie ſie bei verſchiedenen Wollarten, zu ver⸗ ſchiedenen Fabrikaten und zur Annahme verſchiedener Farben am zweckmaͤßigſten iſt, kann uns aber die Che⸗ mie practiſch nutzbare Aufſchluͤſſe geben und hat es zum Theil gethan. Ein beruͤhmter franzoͤſiſcher Chemiker (deſſen Name mir entfallen iſt) hat gezeigt, daß ein gewiſſer Grad der natuͤrlichen Fettigkeit die Wolle zur Annahme gewiſſer Farben geſchickter mache und daß es fehlerhaft ſey, ſie ihr in der Fabrikwaͤſche ganz zu neh⸗ nehmen. Es iſt uͤbrigens bekannt, daß die Wolle nach der Fabrikwaͤſche allgemein wieder geoͤhlet und mit Fet⸗ tigkeit durchdrungen wird. Es ſcheint aber, als ob jener Chemiker dem natuͤrlichen Fette vor dem kuͤnſt⸗ lichen einen Vorzug gebe.

Der Unterſchied zwiſchen dem Fettſchweiß(Suint)