Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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der Hautoͤffnung, wodurch es dringt, daß dies ihm alſo gleichſam zur Form diene. So behaupten ſie werde das Haar fein, ſchlicht, gewellt u. ſ. w. erſcheinen, je nachdem die Oeffnung der Haut enger, gerader oder gewunden ſey.

Man kann aus dieſem Satze fuͤr die Praxis ſehr wich⸗ tige Folgerungen ziehen; eine lange und aufmerkſame Beobachtung hat uns gezeigt, wie vielen Einfluß die Nah rung auf die Qualitaͤt der Wolle habe; kann nicht tiefere Erforſchung der Urſachen dieſes Einfluſſes uns dereinſt zu unerwarteten Reſultaten fuͤhren? Weiß man nicht, daß die Macht des Menſchen dahin gekommen iſt, die Koͤrper der Hausthiere in ihrer erſten Bildung verſchiedentlich ge⸗ ſtalten zu koͤnnen? Hat Bakewell nicht das Knochen⸗ gebaͤude ſeiner Schaafraße um die Haͤlfte des Gewichts vermidernt, und dagegen das Gewicht des Fleiſches ums Doppelte vermehrt? Hat er nicht die Geſtalten dieſer Thiere nach ſeiner Willkuͤhr abgeaͤndert? Man darf alſo nicht verzweifeln, eine gleiche Gewalt uͤber den aͤußern Auswuchs dieſer koͤſtlichen Thiere zu erlangen, wenn die Qualitaͤten der Wolle von der uͤbrigen Bildung des Koͤr⸗ pers abhaͤngen, und beſonders von dem Zuſtande der Haut, auf welchen die Nahrung ohne Zweifel einen Einfluß hat. Wir haben auch dieſe Gewalt zum Theil ſchon ausgeuͤbt, durch die Kreuzung der Raßen, weil wir dahin gekommen ſind, eine feine Haut, bedeckt mit zarter und gekraͤuſelter Wolle, an die Stelle einer dicken Haut, die nur mit gro ben und ſchlichten Haaren bedeckt war, zu ſetzen. Doch wir werden auf dieſen Gegenſtand zuruͤckkommen.