Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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dings haben die Leipziger Handelshaͤuſer, dadurch daß ſie den Wollhandel mit England eroͤffneten und den eng⸗ liſchen Fabrikanten den Vorzug der Electoral⸗Wolle anerkennen lehrten, viel dazu beigetragen, daß man mit dem Ertrage der ſaͤchſiſchen Merinos zufrieden, ſich nicht oͤfter durch die Anpreiſungen gewiſſer ſogenannter Ori⸗ ginalraßen aus Frankreich und Oeſtreich welche durch die hohen wirklich dafür bezahlten Preiſe beſtaͤtigt wur⸗ den verleiten ließ, ſich ſolche anzuſchaffen. Allein dieſe Wollhaͤndler, zu wenig mit den Raßeeigenſchaften und ihrer Erblichkeit bekannt, ſchrieben den Vorzug der ſaͤchſiſchen Wolle und beſonders einiger Heerden dem Clima, der Weide und der maͤßigen Fuͤtterung zu, und ſo geſchah es, daß doch manche Zuͤchter, ſich in Anſe⸗ hung der Feinheit auf ihre Oertlichkeit verlaſſend, Boͤcke jener vollwolligen, faltigen, breiten Raße kommen ließen und ihre Heerde damit durchkreuzten und dadurch eine reichere Schur mit ihrer bisherigen Feinheit und Sanft⸗ heit zu verbinden glaubten. In den Jahren 1816 bis 1819, als der Wollhandel einen hohen Schwung wieder bekommen hatte und man hohe Preiſe fuͤr ausgezeichnete Zuchtthiere nicht ſcheuete, geſchah dieſes in Sachſen wie in Schleſien, den Marken und ſelbſt in Pommern nur zu haͤufig und wuͤrde noch mehr geſchehen ſeyn, wenn nicht eine andre Stimme gegen das Nachtheilige hete⸗ rogener Kreuzungen gewarnt und auf die verſchiedenen nun conſtant gewordenen Abarten der Merinos aufmerk⸗ ſam gemacht haͤtte: eine Warnung, die ſich den Auf⸗ merkſameren durch den Erfolg ihrer Kreuzungen bald

beſtaͤtigte.