Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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In ganz Frankreich gab die erſte Staats⸗Stamm⸗ ſchaͤferei zu Rambouillet das Signal zur Leitung der Zucht. Die Preiſe ihrer Wolle, welche ſie von großen Fabrikanten, die beſonders in den Napoleo⸗ niſchen Zeiten eine Ehre darin ſetzten, ſie zu erſtehen in den Auctionen erhielt und die enormen Gebote, die von den franzoͤſiſchen Großen als die Schaafzucht beſonders am Hofe der Kaiſerin Joſephine zum Modeton geworden war darauf geſchahen, beſtaͤrkten die Meinung, die man in ganz Frankreich von ihr hatte. Um ſo groͤßer war die Conſternation der Merinozuͤchter, als die Rambouilletter Wolle, die man fuͤr die erſte in der Welt hielt, immer tiefer im Preiſe fiel, und im Jahre 1822 gar nicht verkauft werden konnte, weil auf das Kilogramm nur 2 Fr. 10 Cent. geboten wurden. Es entſtand nun die Frage, ob die Merinozucht uͤber⸗ haupt in Frankreich vortheilhaft betrieben werden koͤnne; deren Beantwortung Hr. v. Gasparin in der Preis⸗ ſchrift, wovon ich in den Moͤglinſchen Annalen(Bd. 13, S. 120.) einen Auszug mitgetheilt habe, am gruͤndlich⸗ ſten unternommen hat. Eine andre Beantwortung er⸗ ſchien von dem Verfaſſer dieſes Werks, die mir ent⸗ gangen iſt, aber dadurch beſonders Aufmerkſamkeit er⸗ regte, daß nun die von der Rambouilletter und den meiſten andern franzoͤſiſchen Schaͤfereien ganz abweichen⸗ den Eigenſchaften der Nazer Heerde und die ihrer Wolle von angeſehenen Fabrikanten zugeſprochenen Vorzuͤge kund wurden. Dies erregte um ſo mehr Erſtannen, da man die Rambouilletter Heerde allgemein fuͤr das Vollkom⸗ menſte gehalten hatte, was, wenigſtens in Frankreich,